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Der erste „Terminator“ wurde 1984 zu einem Klassiker des „Dark Sci-Fi“-Genres sowie für seinen Hauptdarsteller Arnold Schwarzenegger zur endgültigen Eintrittskarte in die obere Liga Hollywoods. „T2: Judgement Day“ revolutionierte 1991 die Kunst/Qualität der filmischen Special Effects und besaß aufgrund der fulminanten Inszenierung von Regisseur James Cameron eine unentziehbar gewichtige Wirkung auf den Zuschauer. Von da an versandete Arnolds Karriere jedoch zunehmend mit Flops („Jingle all the Way“) und/oder Katastrophen („Batman & Robin“), während „Mastermind“ Cameron sich später mit „Titanic“ gar noch erfolgreicher vom Action-Genre abwandte.

Im Jahre 2003 hielt man schließlich die Zeit für eine zweite Fortsetzung gekommen. Der ursprüngliche Regisseur (und kreative Kopf der Reihe) stand aus mangelndem Interesse nicht mehr zur Verfügung, Edward Furlong hatte gerade arg mit seinen Drogenproblemen zu kämpfen und Arnie brauchte verzweifelt einen Kassenschlager, um den Karren seiner Karriere noch aus dem Dreck ziehen zu können – folglich entpuppte er sich am Ende als einiges Überbleibsel des Kerns der „Ur-Crew“, abgesehen von F/X-Meister Stan Winston im Hintergrund. Als Regisseur engagiert man Jonathan Mostow, welcher zuvor den hervorragenden (aber von der Produktion her vergleichsweise „kleinen“) „Breakdown“ sowie die enttäuschende „Geschichtsumschreibung“ namens „U-571“ inszeniert hatte. Der eigentlich talentiert Nick Stahl („Disturbing Behaviour“) übernahm den Part des John Connor, der (nun) weibliche Gegenspieler „T-X“ wurde mit Model Kristanna Loken (TV´s „Mortal Kombat“) besetzt.

Da es kein Geheimnis mehr war, dass einige Jahre zuvor ein bahnbrechender Film namens „Matrix“ die Sehgewohnheiten der Zuschauer (nicht nur im Action-Genre) verändert hatte, stellte sich die Frage, wie man mit einem eher „altmodischen“ Konzept wie „Terminator“ den Zahn der Zeit treffen könnte. Letztendlich versuchte man gar keiner Anpassungen oder Neuerungen, sondern setzte auf einen klassischen „old school“-Inszenierungsansatz mit einem sehr hohen Budget sowie guten F/X-Experten im Rücken. Und genau so wirkt das fertige Produkt dann auch – wie ein aufgeblasener B-Film ohne Innovationen!

Die Probleme dieser zweiten Fortsetzung sind schier endlos – folgend nur eine kurze Auswahl:

- Die Story: Ein bis zwei neue Ideen wären wirklich wünschenswert gewesen, doch so folgt die Handlung nur dem in „T2“ eingeschlagenen Weg (allerdings mit wesentlich weniger Substanz).

- Die Figuren: Arnolds Rolle hat sich nicht wirklich verändert – nur dass er nun viel, viel mehr redet und etliche bewusst lustige Szenen eingebaut bekommen hat (Stichwort: Sonnenbrille). Nick Stahl bleibt erschreckend blass (vielleicht aufgrund der schwachen Charakterzeichnung), wie auch Claire Danes („Rainmaker“), welche sich wohl gedacht hat, mal zur Abwechslung eine richtig anspruchslose Rolle spielen zu wollen.

- Der Gegner: Zwar ist der „T-X“ optisch schön anzusehen (Kristanna sei Dank!), doch im Endeffekt nur ein etwas weiter entwickelter „T-1000“, der nun eine Waffe im Arm mit sich trägt, was ja ungeheuer originell ist (das hätte sich wirklich jeder Zehnjährige ausdenken können).

- Man könnte den gesamten Verlauf gar als schwaches Remake bezeichnen, so sehr ähneln sich bestimmte Szenen auf fast akribische Weise: Beide Terminatoren kehren am Anfang durch die Zeit zurück, Arnold rettet die Guten und flieht mit ihnen, man bekämpft sich in diversen Situationen, es kommt zu einem großen Gefecht in einem Forschungslabor, danach der Showdown und so weiter und so fort. Es geht sogar noch genauer: In beiden Filmen gibt es eine Verfolgungsjagd mit einem Truck, der böse Terminator tötet ein Opfer besonders grausam (damals Johns Pflegeeltern, in „T3“ ist es ein Cop in einem Streifenwagen), das Ende lässt wiederum (viel) Spielraum für eine Fortsetzung offen…

Zudem strotzt das Werk noch vor schier haarsträubender Unlogik (beispielsweise bei den Szenen im geheimen Kommandobereich des Militärs: Der „T-X“ wechselt die Gestalt, um dort hinein zu gelangen, doch Arnold stapft mit gezückten Waffen sowie den 2 Kids im Schlepptau unbeachtet aller anwesenden Person bis in den Hochsicherheitsbereich – für wie dumm soll da der Zuschauer eigentlich verkauft werden?!). Anschlussfehler und schmerzhafte Dialoge vervollständigen schließlich das Gesamtbild. In einem Moment greift Claire Danes tatsächlich mal zur Waffe, worauf ihr John Connor gleich entgegen schmachtet: „Du erinnerst mich an meine Mutter.“ (?!) Und Sarah Connor rotiert im Grabe…

Die Actionszenen sind allesamt recht ansehnlich ausgefallen, aber bestenfalls altmodisch (keine „aha“-Effekte) in ihrer Art – Regisseur Mostow ist ohnehin eher ein Routinier, kein Action-Visionär wie Cameron. Zwar sorgt die spektakuläre Verfolgungsjagd mit einem Kranwagen für Begeisterung angesichts des Aufwands, doch mir persönlich gefiel eine (sehr) kurze Sequenz, als ein Leichenwagen mit dem „T-X“ auf dem Dach unter einem LKW hindurchfährt, deutlich besser, da sie präzise und lässig wirkte – und nicht zwanghaft auf Bombast ausgerichtet. Die Action ist ansehnlich und okay, allerdings gemessen an den Vorbildern und Erwartungen enttäuschend, da man nie staunend zurückgelassen wird.

Wie gesagt: In Zeiten der „Matrix“ sind wir Innovativeres gewohnt, weshalb es auch nicht verwundert, dass deren im selben Jahr angelaufene Fortsetzung „Reloaded“ dieses eher „retro“-angehauchte Vehikel um Längen in Sachen Einspiel („T:3“ spielte nicht mal seine Kosten in den USA ein, während „Matrix 2“ allein auf dem amerikanischen Markt seine Kosten sowie die vom nächsten Sequel („Revolutions“) gleich mit einfuhr) und Kreativität hinter sich ließ, denn wenn man sich jenen Film der Gebrüder Wachowski anschaut (und man mag über ihn dabei insgesamt denken, was man will), bekommt man einen Nachfolger geboten, welcher andere Wege als das Original beschreitet und mit nie zuvor gezeigten Sequenzen auftrumpfen kann. Gut, dass Arnie inzwischen in die Politik gegangen ist und die Zuschauer somit für einige Zeit von Enttäuschungen und/oder Ärgernissen verschonte…

Fazit: „Terminator 3: Rise of the Machines“ ist ein überteuerter B-Film, der seinen beiden Vorgängern in keiner Weise gerecht wird – zwar stimmt die Action, doch das Drumherum nicht, weshalb er auf eine gewisse Weise veraltet und einfallslos wirkt sowie eine Wertung über „4 von 10“ hinaus einfach nicht angemessen wäre.

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