Review

“Diese Astronauten – das ist vielleicht ein Volk…”

Der deutsche Titel dieser japanischen „Toho“-Produktion von „Godzilla“-Regisseur Ishirô Honda aus dem Jahre 1962 ist ein Fall dreistesten Etikettenschwindels: Kein einziges Ufo hegt hier irgendwelche Vernichtungsabsichten, stattdessen bedroht ein kometenhafter Meteorit (kann man das so schreiben?) die Erde, indem er unaufhaltsam auf selbige zurast. Das Sci-Fi-Katastrophen-Spektakel spielt in der damaligen Zukunft, also in den 90er-Jahren aus Sicht des Entstehungsjahres. Aus Sicht der Drehbuchschreiber hätte man in jenem Jahrzehnt die Möglichkeit gehabt, die gute alte Erde kurzerhand um ein paar Weltraum-Kilometer im Kosmos zu verschieben, um dem Meteoriten auszuweichen. Im Nachhinein sollte sich die Idee aber als nicht ganz zu Ende gedacht erweisen, denn dadurch gerät so einiges durcheinander und unser Planet wird von verheerenden Naturkatastrophen heimgesucht.

Die naiv-trashige Geschichte wird leider langatmig, pathosgetränkt, dialoglastig und spannungsarm erzählt, unspektakuläre Bilder werden von dramatischer, aufpeitschender Orchestermusik unterlegt und die Darsteller ergehen sich gar in kitschigen Gesangseinlagen. Deren Leistungen sind eigentlich ziemlich ok und nach ca. einer Stunde gewinnt das Filmchen auch endlich an Fahrt, lässt es sich aber nicht nehmen, ein von Godzilla inspiriertes riesenhaftes Ungetüm, diesmal ein Walross-Monster (!), mit dem Mottek in die Story einzuprügeln, egal wie unpassend das ist.

Und genau das ist der Knackpunkt: Das passt alles vorne und hinten nicht zusammen und ist ganz großer Quatsch. Konzentriert man sich bei aller Langatmigkeit auf die Dialoge, entlocken diese zwar den einen oder anderen Schmunzler, dennoch habe ich das Ende herbeigesehnt und ob die Erde draufgeht oder nicht, war mir schnurzegal. Hätte ich von vornherein gewusst, dass keine Ufos auftauchen werden, wäre meine Bewertung vielleicht nicht ganz so streng ausgefallen, doch unterm Strich war das einfach nix. Nur für geeichte Japan-Trashologen unter Vorbehalt zu empfehlen...

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