Sogenanntes 'Warehoused Drama', welches ursprünglich für einen Start bereits Sommer 2019 seitens der produzierenden Television Broadcasts Limited (TVB) angesetzt wurde, dann allerdings mit den gesellschaftlichen und politischen Unruhen in HK gegenüber der Volksrepublik China und auch der eigenen Polizei schon vorzeitig in Misskredit beim angedachten Publikum geriet und entsprechend im Lager versteckt. Dabei befand sich die Serie in guter Gesellschaft mit gut einem halben Dutzend anderer Produktionen, die entweder aus den gleichen Gründen, nämlich den Bezügen zur Aktualität uund dem Genre einer Polizeiserie bzw. wie hier auch wohlwollenden Äußerungen einer oder mehrerer Darsteller gegenüber eben der Polizei oder Skandale (bzw. eher Skandälchen, wie Ehebruch etc.) vorübergehend nach hinten an gestellt worden sind; dazugehörig sind bspw. auch Flying Tiger 2 (2019), welches lange nur in der VRC gezeigt wurde oder auch dem Brutally Young (2020), welches auch eine Extrarunde im Wartesaal gedreht hat.
Das auch Airport Security Unit benannte selber ist abgesehen von der ungünstigen Zeit, in der es ursprünglich erscheinen sollte und die anschliessend durch andere Probleme, der allumfassenden COVID-19-Pandemiekrise und ihrer gesundheitlichen Notlage nämlich abgelöst wurde, im Grunde von den Voraussetzungen her ideal abgestimmt für die Zuschauerwünsche produziert. Die sechs vergleichsweise jüngeren Hauptdarsteller, jeweils zur Hälfte männlichen und weiblichen Geschlechts sind seit wenigen Jahren eng mit der noch anhaltenden Erfolgsgeschichte des Senders verbunden, dazu kommt ein bekanntes, bereits vielfältig erprobtes Thema im Rahmen eines Actiondramas, welches durch das Setting Hong Kong Airport Special Police Unit (ASU) und eben dem Flughafen ein neues, frisches Gesicht erhält. Zudem startete man direkt hinter der vorherigen, in Sachen Einschaltquoten überaus populären Forensic Heroes IV (2020) und wirkt im Kontrast dazu nicht bloß wie eine Weiterführung von sicheren Produktionsstandards, sondern aufgrund des Status einer Originalserie statt einer Fortführung dennoch wie ein belebendes Gericht; die hiesige Serie selber ist sicherlich auch aufgrund den günstigen Termines auf Platz 2 der Jahresrangliste gelandet:
Als nach dem Wechsel vom bisherigen Gruppenführer Man Wing-Keung [ Eddie Kwan ] der ASU zur PTU mit 'Cesar' Cheung Chan-Hak [ Hugo Wong ] ein neuer Leiter kommt, ändert sich einiges für die Einheit. Sein Kumpel und Truppenmitglied 'Easy' Ma Yong-Yee [ Matt Yeung ] wird härter an die Kandare genommen, zusätzlich kommen mit dem draufgängerischen 'Hill' Cheung Kin-San [ Owen Cheung ], der aus reichen Hause stammenden 'Silver' Ho Si-wa [ Gloria Tang ], dem hochintelligenten, aber recht grobmotorischen 'Wussy' Wu Koon-Chung [ Brian Wu ], dem schon die Jahre davor vergebens angetretenen Lee Lik-Cheung [ Derek Wong ] und der ehrgezigen 'Sanjay' San Houi-Ching [ Sisley Choi ] neue Mitglieder aus bisher anderen Bereichen, die sich erst anpassen und eingliedern müssen. Der ehemalige Neuling 'Gutty' Keung Hau-Cheng [ Jackson Lai ] und der speziell mit den Polizeihunden tätige Cai Tin-Lok [ Jonathan Wong ] müssen sich ebenso umstellen wie die älteren Personen, steht doch der Schutz der Bevölkerung und des Flughafens speziell in ihren Sinn. Vor allem Song Tin-kei [ Jack Hui ], ein ehemaliger Polizeiaspirant und Easys bester Freund schmiedet eigene gefährliche Pläne.
Nach einer knappen Pre-title, die zwar einer der Hauptfiguren zeigt, allerdings mehr oder minder nichtig und Füllmaterial ist, wird mit ebenso knappen Worten die Historie der Flughafenpolizei, darunter die Gründung 1977 und ausschlaggebend zuvor auch das Attentat von München 1972 dargelegt; der Rest der Vorstellung für die kommenden Ereignisse sind Realaufnahmen des Schauplatzes von allen Seiten und junge, stramme Männer in Blau mit der Waffe im Anschlag und den streng beobachtenden Blick begleitend. Ein sauberes, aufgeräumtes, weitflächiges und dennoch nicht ausgestrecktes, sondern unterteiltes und mehrebenes Areal, welches normalerweise nur kurzer Aufenthaltsort vor dem Abflug oder noch kürzer nach der Anreise ist, hier aber gleichzeitig Arbeitsplatz und Wahrnehmungs- und Erkundungsgebiet darstellt. Treibende Klänge samt dem einleitenden Titel, ein wie üblich recht generischer, halbwegs effektvoller Popsong ohne größere Bandbreite oder Reichweite umranden die Vorstellung; das könnte tatsächlich auch Promotionmaterial und Aushang für zukünftige Kadetten sein. Ansonsten: Paare sind am Kommen und am Gehen, Touristen am Schauen und am Reisen, und Verbrecher aller Art und Motivation tun auch im und um das Gebäude wie die Aasgeier auf Beute kreisen.
Der erste Einsatz lässt auch nicht lange auf sich warten, ein bewaffneter Raubüberfall an der Geldwechselstelle, wobei die anschließende Verfolgung eines Verdächtigen durch zwei Beamten auch tatsächlich keinen Aufwand scheut, man zu Fuß bald die Räumlichkeiten verlässt und den weiteren Sprint über die gefüllte Fahrbahn einlegt. Taxis kommen zum Überschlagen, Autos kollidieren, ein Bus legt die Notbremsung ein und Hilfs- und Rettungsmaßnahmen in großer Form und mit Massenstau kommen zum Koordinieren. Ein Chaos aus Polizeiaufgebot, Krankenwagen und der Feuerwehr, in dem weitere Figuren angerissen werden und für das einheimische Fernsehvolk da schon ein Blick reicht für die Verständigung und die Zuordnung zum personellen Interieur. Ingesamt sind 9 Personen direkter im Zentrum der Serie und auch auf dem Poster bzw. dem Logo aufgezeichnet, mit jeweils viel und eigenen Umfeld. Den eigentlichen Täter hat man da noch gar nicht gefangen, der wird später nach einem Schusswechsel auf offener Straße und einer Geiselnahme gestellt.
Nach dem Sprint kommt der Dauerlauf, buchstäblich auch als erste Trainingsmaßnahme im Anschluss und bei der Einführung des neuen Vorgesetzten der ASU und auch im Sinne der weiteren Erzählung, die da schon wie teils angekündigt - vor und nach der kurzen weiteren Aufregung durch eine Bombendrohung - auch mehr in das Private geht und in den Zeiten nach vorne springt und zurück. Ein Ausblick für Kommendes und ein Einblick in das Familiäre oder eher die Beziehungen daheim (und beruflich) und die Wohnungen des Personals hier, zu denen die Junggesellenbude mit der Kochnische und dem großen Fenster auf die Stadt ebenso wie das nach verdunkelten Einrichtungshaus ausschauende Studiokulissenwerk, oder eine kleine 'Karnickelbude' mit noch wohnend bei den eher unfähigen Eltern gehört, und wo das Fahrrad in der Miniküche abgestellt werden muss, weil sonst kein Platz dafür ist. Ein Blick in die Stadt und auf seine Bewohner, nicht etwa abgehoben über den Dingen stehend, sondern schon mit Berufstätigen und der Mittelschicht, nur das hier eben häufiger die Waffen im Anschlag ist und schon auch zum routinierten Utensil gehört.
Da ab Episode 2 das Auswahlverfahren der neuen Bewerber im Mittelpunkt steht, ist dort abseits der diversen Tests in Sachen Aktion nur die Verhinderung eines kleinen Drogendeals seitens der (normalen) Polizei inmitten auf einem Parkplatz zu sehen, in Episode 3 dann beim Training der Versuch einer Geiselbefreiung, in Episode 4 die Suchaktion eines kleinen verschwundenen asthmakranken Jungen auf dem Flughafengelände, der heimlich seiner in Scheidung lebenden Mutter nachreisen wollte. Am Ende von Episode 5, kurz vor der ersten Pause des Wochenendes – die Folgen werden wochentags je von Montag bis Freitag zur festen abendlichen Zeit gezeigt – bricht auf dem Weg zum Schießtraining plötzlich die Hölle aus, gerät man zufällig in einen Stau, der alsbald zur Straßenschlacht ausgeflogener Gangster ausartet und wo die Truppe aus Ausbildern und Schülern auf einmal scharfe Munition einsetzen muss oder ansonsten heillos untergeht und sich auch etwas die Spreu vom Weizen unter den Anzulernenden trennt. Kugeln prasseln in Umstehende und Karosserien, einen Autocrash in die Leitplanken gibt es auch noch und eine anschließende Zu Fuß Verfolgung, die den Cliffhanger für den Zuschauerfang und der Überbrückung der programmfreien Zeit setzt. Folge 6 startet mit den Folgen der Massenschießerei, erst mit dem Stellen des Flüchtigen in einem bewohnten Gebäude, dann mit der Aufarbeitung, die naturgetreu mehr und den Rest der Folge einnimmt, und wo auch folgende Worte fallen: "...the majority of the public are blaming the police for everything....The incident has more or less affected the police image. I know you want protect your team, but this is a sensitive time. We want to avoid criticism by all means. Keep a close eye and stay low-key."
Da die Figuren hier aufgrund ihrer Darsteller, ihrer Darstellung und des Dargestellten alle recht sympathisch und das Gezeigte über viele Strecken eher lockig-flockig ist, können diese am Ende von Folge 7 auch kurz per Blickkontakt zum Zuschauer aufnehmen, hat man nach einer weiteren Trainingsmission, einer Suche nach einem Entführungsopfer doch die Ausbildung bestanden und wird nach etwa einem Drittel der Serienlaufzeit vollends ins bestehende Team eingekehrt. Ab Episode 8 wird erstmals wieder mit der Aktualität gespielt, ein Zwischenfall einer sich in die VIP Lounge einschleichenden Reporterin und ihrer hartnäckigen Nachfrage wegen der sexuellen Belästigung einer Studentin durch einen prominenten Professor heizt die Gemüter einiger Beteiligter an; die Reporterin war mit einem der Polizisten verbandelt und die Prominenz ist eng mit Cesars Vater verbunden und damit auch mit Hill. In Folge 9 ist die Geiselnahme einer Stewardess kurz vor dem Abflug eines Passagierflugzeuges zu verhindern. In Folge 13 eine Sängerin bei ihrem Comeback vor 'Fans' zu schützen und in Folge 14 wird ein Attentat auf der Herrentoilette aufgedeckt. Eher kleinklein also, was durch die Figur des Song Tin-kei, die Nemesis der Truppe, so ab Folge 15 zunehmender bedrohlich, wenn auch wirklich sehr langsam und dann erst ab Folge 22 mit einer Autobombe und in Folge 23 mit einem Massenüberfall in einem engen Häuserblock und einem superben Hotel-Shootout in Folge 24 vermehrt zuschnürend wird; dazwischen sind vielerlei Beziehungs- und andere familiäre Problemgeschichten (von der Struktur her ganz ähnlich dem Klassiker Police Cadet '84 mit u.a. Tony Leung, Maggie Cheung, Carina Lau, Lau Ching-Wan und Richard Ng)) zu finden, die das Ganze füllen, sowie auch erstaunlich viele Kindheitserinnerungen dafür, dass die Figuren hier Ende zwanzig, Anfang dreißig und damit ja nun noch nicht in der Midlife-Crisis oder dem Bergfest ihres Lebens sind.