Nach einem Intermezzo im Urwald kehrt ein Mann zusammen mit einer dort Aufgewachsenen und einem Riesengorilla im Gepäck in die Zivilisation zurück, was nicht lange gut geht, denn Letzteren packt bald die Wut, was zu Tod und Zerstörung führt.
Welchen großen Filmklassiker sich die Shaw Brothers hier zur Brust genommen haben, dürfte selbst dem Monsterfilmunkundigen schnell klar werden, doch es handelt sich bei "Der Koloss von Konga" nicht um eine dreiste Kopie von "King Kong", sondern um eine abwechslungsreiche und sehr unterhaltsame Interpretation des Riesenaffenthemas.
Die erste Hälfte des Streifens spielt im Urwald, in den sich eine Expedition begibt, um den legendären Koloss von Konga aufzulesen, welchen man interessanter Weise schon nach ein paar Minuten in voller Größe auf dem Bildschirm in Form eines Rückblicks bewundern darf und nicht erst mit Andeutungen und langer Warterei abgespeist wird, wie es in vielen anderen Monsterfilmen praktiziert wird. In dieser ersten Hälfte gibt es viel Abenteuerliches zu erleben. So bekommen es unsere Suchenden unter anderem mit einer Horde Elefanten, Treibsand, einem Tiger und den Tücken einer Klippenbesteigung zu tun, was dazu führt, dass die Überlebenden bald die Nase voll haben und nur noch eine Person übrig bleibt und diese trifft dann auch auf den Koloss, der sie erst mal schachmatt setzt. Doch es kommt eine lianenschwingende Schönheit ins Spiel, die den Mann pflegt, in Zeitlupe mit ihm durch den Dschungel hopst, beide verlieben sich ineinander und verlassen gemeinsam mit dem Riesenaffen den Urwald Richtung Stadt.
Dieser Part des Film macht sehr viel Spaß, da hier ständig was los ist. Bei den Auftritten der Tiere hat man auf echte Lebewesen zurückgegriffen, was besonders beeindruckend bei den Leopardenszenen ist, der sich in einer Szene mit einem Gepäckträger balgt und ihm in einer ulkigen Szene mit einem Happen das Bein abknuspert oder von der Frau auf den Schultern getragen wird. Schön ist auch die Abschiedsszene, in der die gepunktete Raubkatze tierisch bedrückt aus der Wäsche guckt und ein Elefantenbaby sogar Tränen vergießt.
Bei der Figurenzeichnung beschränkt man sich aufs Minimalste und nur die beiden Hauptpersonen bekommen etwas mehr Hintergrund. So wurde der männlichen Hauptfigur in der Vergangenheit übel mitgespielt vom Bruder, der mit seiner großen Liebe ins Bett gehüpft ist (sehr schön ist hierbei die Ausrede des Bruders als er in flagranti erwischt wird: "Wir haben bloß nen Scherz machen wollen!") und die weibliche Tarzan hat in ihrer Kindheit bei einem Flugzeugabsturz beide Eltern verloren und wurde von Konga großgezogen. Und, wer hätte es gedacht, die beiden Protagonisten verlieben sich natürlich ineinander, was aber angenehm zurückhaltend geschildert wird.
Die zweite Hälfte des Werkes spielt dann komplett in der bebauten Zivilisation und hier gibt es die bekannte "King Kong" Handlung in leicht abgewandelter Form. So wird der Riesenaffe natürlich von den Menschen nicht gerade zimperlich behandelt und als ein Fiesling unsere Dschungelschönheit zu schlimmen Sachen zwingen will, bringt dies das Fass zum Überlaufen und der Koloss macht die Stadt ein wenig platt, lässt die Sterberate nach oben steigen und krakselt auf nen Turm, auf dem es zu einem dramatischen ("King Kong" wird hier an Dramatik locker getoppt) Finale kommt.
Im Vergleich zu den "King Kong"-Verfilmungen halten sich die Filmemacher aus Hong Kong nicht zurück und lassen den Riesengorilla explizit Menschen auf die Erde donnern und mit seinen Megastampfern plattwalzen, wobei ab und an sogar Blut zu Tage tritt. Zwar wirds nicht ganz so blutig wie im vorangegangen Dschungelpart, aber ungewöhnlich für die gängige Riesenmonsterfilmdarstellung ists schon.
Bei den Gebäudezerstörungen und dem Gefecht des Riesen mit dem Militär in Form von Panzern und Hubschraubern hat man in gewohnter "Godzilla"-Manier einen Mann im Kostüm durch Minaturbauten geschickt und sich mit Spielzeugfahrzeugen rumbalgen lassen, wobei das Ganze optisch sehr ansprechend ausgefallen ist und zudem nicht mit Pyroeffekten gegeizt wurde.
Insgesamt ist "Der Koloss von Konga" eine sehr unterhaltsame und abwechslungsreiche Variante des "King Kong"-Themas ohne nennenswerte Längen aus Hong Kong mit tollen klassischen Riesenmonstereffekten.