Inhalt:
Lu Pao Tien (Ku Feng) ist ein ebenso halbseidener wie skrupelloser Glücksritter. In der Bibliothek der Universität von Hongkong durchsucht er akribisch das Zeitungsarchiv nach einem Bericht. Schließlich wird er fündig: Im indischen Dschungel, genauer gesagt im völlig isolierten Tal von Konga, brach vor Jahren die Erde auf, und ein gigantisches Urzeitwesen, Utan, der Koloss von Konga, ca. 50m groß, wurde wieder nach Urzeiten zum Leben erweckt.
Das im Tal ansässige Dorf wurde von diesem Ungetüm dem Erdboden gleichgemacht.
Nunmehr setzt Lu alles daran, eine Expedition nach Indien vorzubereiten, da er das Geschäft seines Lebens wittert. Die Hongkonger Presse wird von ihm dahingehend verrückt gemacht, dass diese bereit sein soll für eine absolute Jahrhundert-Story. Das Urzeitwesen soll in Hongkong als die Sensation schlechthin ausgestellt werden.
Doch fehlt Lu für dieses Unternehmen noch ein erfahrener Großwild-Jäger, der sich im Dschungel Indiens auskennt. Einer seiner Mitarbeiter (Norman Chu Siu Keung) kennt einen entsprechenden Experten: Chen Fu (Li Hsiu Hsien).
Da trifft es sich gut, dass dieser Chen gerade mit seiner Freundin Lin (Siu Yiu) Schluss gemacht hat, hat diese ihn doch mit seinem eigenen Bruder, der für die Hongkonger TV-Station der Shaw Brothers, TVB, arbeitet, betrogen.
Im indischen Dschungel angekommen, sieht sich das chinesische Expeditions-Team etlichen Gefahren ausgeliefert, wild gewordene Elefanten trampeln sie nieder, auch ein Tiger kennt keinen Spaß und greift unsere Helden an.
Lu hat von all dem Circus die Nase voll, und bricht die Expedition kurzerhand ab, er kehrt nach Hongkong zurück.
Chen Fu hat sich jedoch vom Team abgesetzt und sucht auf eigene Faust weiter.
Da wird er von einer riesigen behaarten Hand ergriffen...., der Koloss von Konga..., es gibt ihn tatsächlich!
Doch Chen wird gerettet. Der zottelige Riese hat eine Freundin..., Samantha (Evelyn Kraft), eine junge, blonde Frau, die sich mit Lendenschurz und knappem Oberteil im Dschungel ala Tarzan´s Jane von Liane zu Liane schwingt.
Der Riese ist offenbar verliebt in die dralle Blondine, die 12 Jahre zuvor einzige Überlebende eines Flugzeugabsturzes war, und vom Giganten aufgezogen wurde (wie das auch immer aussah/Anm. d. Autors).
Chen kann Samantha dazu überreden, zusammen mit Utan, mit ihm nach Hongkong zu kommen, und telegraphiert dies gleich mal dem geschäftstüchtigen Lu.
Der lässt sich nicht lange bitten, und verfrachtet sich, Chen, Samantha und Zottel auf einem Schiff in die damalige Kolonie ihrer Majestät.
Im vollbesetzten Hongkong-Stadium nimmt dann die große Show ihren Lauf, und der Koloss muss Kraftspielchen gegen Lastkraftwagen vollführen...., die Menge rast!
Derweil muss sich Chen mit seiner reumütigen Verflossenen und unser Jane-Verschnitt mit dem notgeilen Lu herumschlagen.
Utan hat jetzt die Faxen dicke, sprengt alle Ketten, und macht sich daran, Hongkongs Wolkenkratzer zu bearbeiten.
Lu kann seinem Schicksal nicht entgehen...., und unser haariger Freund, macht sich daran, Hongkongs höchstes Gebäude zu erklimmen.
Während Chen und Samantha all dem knapp entgehen können, sollen die Hubschrauber-Staffeln der Hongkong-Polizei die Sache in die Hand nehmen...., und der Polizei-Chef der Kronkolonie hat noch andere Tricks auf Lager, dem Zottel auf den haarigen Leib zu rücken....................
Fazit:
Oh Mann...., war das ein Trash! Also ich hatte ja im Vorwege schon vieles von diesem berühmten Shaw-Streifen gehört, die Erwartungshaltung war entsprechend...., denn überwiegend wurde von absolutem Mist gesprochen..., aber auch von einer Perle des Trashs war die Rede. Und letzteres kann man durchaus unterschreiben. Vielleicht fällt mein Urteil deshalb noch relativ glimphlich für diesen Film aus....
Im Jahre 1976 wurde der Stoff des urzeitlichen Riesen-Affen "King Kong" vom italienischen Film-Mogul Dino de Laurentiis wieder neu in die Kinos gebracht. Die Hysterie um King Kong war wieder neu entbrannt, und davon wollten wohl knapp 1 Jahr später auch die Shaw Brothers profitieren. Die ganze Sache sollte billig produziert und wohl auch sinnfrei sein, durchweg unterhalten..., und vor allem eines: Geld einspielen!
Und so nahm denn das Trash-Spektakel seinen Lauf: Die ersten Film-Minuten versuchen, dem ganzen ein Story-Grundgerüst zu verpassen, aber auch hier wird schon gestorben, was das Zeug hält..., da werden Menschen von wild gewordenen Elefanten zertrampelt, von Felsen zerschmettert, stürzen zu Tode, und ein Tiger zerreißt einen Expeditions-Teilnehmer in Stücke.
Und wie billig das alles gemacht ist, Herrgott noch mal. Shaw´s Kult-Regisseur Ho Meng Hwa zieht hier schon alle Register der kostengünstigsten Machart. Ungeniert koppelt Ho hier eigene Aufnahmen mit Archivbildern, und lässt seine Darsteller im Studio vor Filmleinwänden gegen die wilden Bestien "kämpfen", alles saubillige Tricks die total auffallen...., aber das macht ja nix, dachte sich wohl unser Regisseur.
Ganz abgesehen davon, sind die chinesischen Statisten auch noch zu anlackierten Indern umgewandelt worden...., unglaublich.
Unfreiwillig komisch gehts dann gleich weiter, wenn Evelyn Kraft, ein Bo Derek-Verschnitt mit blonder Walla-Mähne, uns wie Tarzan´s Jane mit der Liane entgegenschwingt, ohne Worte.
Zugegeben, die dralle Blonde hat Figur, und zeigts denn auch, als ihr Oberteil bedrohlich immer weiter nach unten rutscht, tja die böse Schwerkraft..., die beschert uns letztendlich denn doch noch einen Blick auf Evelyn´s Brustwarze...
aber es wird noch peinlicher:
Die Holde wird zu allem Überfluss auch noch von einer Schlange gebissen. So weit, so schlecht. Was aber hat sich Ho Meng Hwa eigentlich dabei gedacht, dass die Stelle des Schlangenbisses sich auf der Innenseite eines der Oberschenkel der werten Evelyn befindet? Denn jetzt schlägt Li Hsiu Hsien´s erste große Stunde als Retter!
Er saugt.... äh..., also zwischen Evelyns Oberschenkeln... die Wunde mit dem Mund aus..., das sieht in der Großaufnahme im Profil aus.., wie .... äh....
lassen wir das...., das lesen hier womöglich auf weibliche Kinogänger. Da muss ich mich etwas zusammen nehmen, Herrgott noch mal.
Und Evelyn´s Eltern liegen immer noch als verwestest Skelett im ausgebrannten Flugzeugwrack herum...., wie appetitlich..., na ja.
Dann kommt endlich der eigentliche Star des Films zu seinem Recht: Utan, das Zottel-Monster! Oh Mann..., das ist letztendlich ein armer Kerl. Zunächst fällt auf, dass unser haariger Freund an Gesichtslähmung leidet.
Nur in ganz nahen Groß-Aufnahmen sind einige wenige Regungen im Gesicht des Giganten ausmachbar. In Halb oder Voll-Totalen bleibt die Mimik starr..., und das macht den Riesen eher lächerlich.
Bei den Szenen in Hongkong, als Zottel nach Herzenslust eine Papp-Miniaturausgabe unserer geliebten Film-Metropole zerlegen darf, fallen dem geneigten Betrachter gleich 2 weitere peinliche Fehler auf:
1.
Auf einen Belichtungsabgleich wurde verzichtet, ich glaube aber eher, dass den Machern das während der Produktion selbst nicht auffiel.
Die Lichtverhältnisse sind nämlich bei den Szenen, in denen Menschen mitspielen und den hineinprojizierten Zottel-Szenen unterschiedlich belichtet.
Ein für Profis unverzeilicher Fauxpas..., aber was macht das schon bei einer so sinnfreien Produktion.
2.
Der Gigant variiert in Sekundenbruchteilen in der Größe! Dies fällt total in den Szenen auf, in denen Zottel Hongkong zerstört. In einer Szene überragt er sämtliche Gebäude überdimensional, dann wiederum schaut er in den Häuserschluchten der Kronkolonie zu den Wolkenkratzern auf...., nach nur einem Umschnitt eine gewaltige Leistung hinsichtlich eines Wachstums- bzw. Schrumpfungsprozesses..., alle Achtung!
Ein "Trick" war nun an Lächerlichkeit kaum zu überbieten: Als Zottel Li und Blondie in der behaarten Klaue hat und absetzt, sieht man in der Verlangsamung (ich musste mal wieder recherchieren und auf Slomotion gehen) ganz eindeutig, wie der Gigant 2 in den Umrissen der beiden ausgeschnittene Fotobildchen der beiden absetzt...., was soll ich zu so einem saubilligen Quatsch sagen?
Heiter geht´s weiter: Die Szenen im Hongkong-Stadium sind wohl mit das Lächerlichste, was die Shaw-Studios je auf die Leinwand zimmerten. Unser Freund Utan zerrt mehrere Matchbox-Spielzeug-Autos an Ketten über den Fußball-Platz aus dem Fundus der Spielzeug-Eisenbahn.
Danach ging es dann noch in den Papp-Nachbau Hongkongs, um diesen auseinander zu nehmen.
Wer so was Ernst nimmt, dem ist nicht mehr zu helfen... ojenehmeh...
Tja...., und dann das für mich geradezu unfassbare: Als der Gigant auf dem Wolkenkratzer steht, und der Show-Down erfolgt, war ich, eh ich mich versah..., gedanklich voll auf dem Bildschirm! Hier wurden die Tricks wie aus dem Nichts plötzlich doch noch ziemlich gut..., und die ganze Sache doch noch richtig dramatisch!
Hier gelang Ho und seinem Trickteam doch noch eine gelungene Sequenz, als es für die Hubschrauber und dem Titan um alles ging..., da es sich um eine Nachtaufnahme handelte, war das dann wohl ein Vorteil für die Tricktechniker.
Über die Darsteller gibt es, und das verwundert nicht wirklich, wenig zu sagen. Über Evelyn Kraft, vor wenigen Jahren jung verstorben, ließ ich mich schon aus, sie spielt nicht, sondern zeigt ihren Körper, nicht weniger, nicht mehr.
Li Hsiu Hsien, dem Eastern-Publikum im Westen als "Danny Lee" eher bekannt, er gefiel mir in seinen KungFu-Rollen jedenfalls besser...., schon in "Oily maniac" blieb die Trash-Hauptrolle an ihm hängen.
Von den Darstellern am besten gefiel mir Shaw´s Vielfilmer Ku Feng. Der spielt den schmierigen, geld- und notgeilen Glücksritter so herrlich, wie wir es von ihm kenne, klarer Pluspunkt für den schrägen Streifen. In der dt. Fassung wird er übrigens vom "Traumschiff-Arzt" Horst Naumann geradezu genial synchronisiert.
Witziges gab es noch am Rande: In einer Sequenz die in und an einer TV-Station spielt, sieht man das Gebäude von TVB, damals schon Run Run Shaw´s hauseigener TV-Sender, hier hat Shaw-Actrice Chan Ping einen Auftritt als Sängerin.
Aber jetzt mal im Ernst..., wie kann man diesen Trash bewerten?
Der Streifen besitzt ohne Zweifel Kult-Status.
Hinzu kommt, dass er äußerst unterhaltsam ist, da er unfreiwillig urkomisch ist, schön trashig ist, und einfach Spaß macht! Außerdem haben wir ja noch Ku Feng, und wer auf Blondinen mit Mazipanschweinchen-Haut steht, wird auch bedient.
Und im Show-Down wird´s sogar noch mal dramatisch...., hui!
Und das sorgt dann für in der Tat kaum möglich gehaltene 6/10 Punkte in meiner Bewertung..., und ginge es rein nach Trash-Faktor, würde ich gar sagen: 10/10 Punkte....