Das Gert Fröbe einer der besten deutschen Schauspieler der Nachkriegsgeschichte war, steht zweifesfrei fest. Durch seine populärste Rolle, nämlich die des James-Bond-Gegenspielers "Goldfinger" aus dem gleichnamigen Film wurde er einem internationalen Publikum bekannt und seine Darstellung des Bösewichts blieb in guter Erinnerung. Fröbe war für solche Rollen einfach prädestiniert. Bestes Beispiel dafür ist der im Jahre 1962 (also 2 Jahre vor "Goldfinger") unter der Regie von Claude Autant-Lara entstandene Film "Der Mörder". Fröbe spielt darin den wegen des Mordes an seiner Frau ins Visier der Polizei geratenen Buchändler Kimmel, dem aber aufgrund eines Alibis nichts nachgewiesen werden kann. Ein anderer Zeitgenosse liest in der Zeitung über diesen Fall, sucht Kimmel anschließend auf und ist von dessen Kaltblütigkeit fasziniert. Die marziale und diabolische Darstellung Fröbes ist einmalig, schlichtweg Schauspielkunst par excellance. Eine ähnliche Rolle spielte er bereits Ende der 50er Jahre in dem Rühmann-Klassiker "Es geschah am hellichten Tag", nämlich die eines Kindermörders. Auch seine Auftritte in dem Heimat-Drama "Und ewig singen die Wälder" hoben den Streifen weit über das genre-übliche Mittelmaß hinaus. In seinen letzten Lebensjahren war Fröbe oft als Rezitator in Lachen Literatur auf Tournee. Er starb 1988. "Der Mörder" ist einer seiner besten Filme.