Review

Der venezolanische Regiedebütant Jose Salaverria geht recht mutig an seinen Erstling heran, indem er die Erwartungen an einen typischen Endzeitfilm untergräbt. Er ist angereichert mit einigen Bildern voller Hoffnung und die Erzählung verläuft nahezu konfliktfrei, - worunter der Unterhaltungswert auf Dauer deutlich leidet.

Eva und Fausto scheinen die letzten Überlebenden zu sein, welche die Invasion von Außerirdischen vor zwei Jahren überlebten und seither am Rande der Stadt im Haus ihrer Eltern wohnen. Doch dann stößt Dafne auf das Paar…

Action sollte man hier wahrlich nicht erwarten, denn es gibt weder Szenen einer Invasion, noch klärende Flashbacks, welche das Eindringen der „Lichter“ veranschaulichen. Seither schwebt ein Raumschiff am Himmel und sendet in unregelmäßigen Abständen Drohnen aus, die jedoch ebenfalls passiv agieren. Offenbar will die extraterrestrische Macht, dass genau dieses Trio weiterhin lebt, denn bei einer schweren Verletzung greift so eine kugelrunde Drohne schon mal helfend ein und als eine Metapher von Ameisen über die Gründung eines Staates bemüht wird, ist die Aussage bereits im Kasten.

Letztlich erfährt man über die drei Protagonisten nur oberflächliche Fakten: Eva vermisst ihre Eltern und spricht stattdessen mit zwei Schaufensterpuppen, Fausto ist dem Alkohol zugetan und für Nahrung und Besorgung von Hilfsmitteln zuständig, während Dafne fast gar keinen Background erhält, die Beziehung jedoch deutlich belebt. Ergo fehlt es dem Trio an nichts, es gibt keine Bedrohung von außen und auch keine Konfrontationen, was trotz einiger schlicht gehaltener Rückblenden zu wenig Abwechslung bietet.

Da hilft die exotische Kulisse mit zahlreichen Tieraufnahmen nur bedingt, wenn die Welt mit einer Flasche Wein oder wahlweise Marihuana wieder in Ordnung ist, während das Raumschiff einmal die Farbe wechselt. Natürlich ebenfalls aus unerfindlichen Gründen, denn genau darüber sprechen die drei rein gar nicht. Immerhin geht die Synchro in Ordnung und die Mimen performen angenehm bodenständig.

Unterm Strich ist die Grundidee nicht ergiebig genug, um den Streifen über die volle Laufzeit zu tragen. Handwerklich durchaus kompetent umgesetzt und auch tricktechnisch (Raumschiff und Drohnen) passabel inszeniert, gibt es keinen Anhaltspunkt zum Mitfiebern, keine Temposzenen, keine menschlichen Abgründe. Zwar nett anzuschauen, aber in seiner Gesamtaussage schlicht zu banal, um mehr Laufzeit als die eines Kurzfilms zu beanspruchen.
4,5 von 10

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