Review

Wir schreiben das Jahr 1984 und ich bin gerade mal sechs Jahre alt. Die VHS- Geräte sind gross im kommen, was meinen Daddy veranlasst zwei Filme auszuleihen: "Godzilla vs. Gigan"("Frankensteins Höllenbrut") und "The Super Inframan"("Invasion aus dem inneren der Erde"). Ich bin schwer begeistert (zugegeben die Streifen sind nicht besonders pädagogisch wertvoll) und meine aller ersten Helden sind Godzilla und Ray/Infaman. Ich lade Kinder aus der Nachbarschaft zu mir ein und wir machen immer Videoabende mit denselben Filmen. Wir alle eifern die gleichen Bewegungen von Ray nach, um uns in ein rotes, glitzerndes Kostüm mit zwei Antennen auf dem Kopf zu verwandeln. Ab hier ist meine grosse Stunde geschlagen und ich kann mich der Begeisterung für fernöstliche Produktionen nicht entziehen. 20 Jahre später und ich zieh mir "Super Inframan" nochmal rein und stelle fest, dass es fast der Sesamstrasse entspricht.

Kommen wir erst mal zur Handlung. Die Fürstin der Dämonen wacht mit ihren Monstern aus dem Jahrtausend langen Winterschlaf auf, um die Erde zu erobern. Die Städte liegen im Brand und ein Professor einer technisch neu orientierten Station stellt den Kollegen seinen lang erwarteten Plan vor: Der Super Inframan. Einer seiner bevorzugten Schützlinge stellt sich zur Verfügung. Zuerst muss Ray (in der Hongkong- Version Rayma) schmerzliche Experimente über sich ergehen lassen, bis aus ihm der chinesische Superhero wird und er die vielen Monster jedesmal mit einer geheimen Spezialwaffe unschädlich macht. Er kann rote Laserstrahlen schiessen und für das Finale erfindet der Professor für ihn besondere Handschuhe(der "Thunder- Fist", der eine scharfe Klinge enthält und sogar den härtesten Stein knacken kann). Je nach Ablauf des Films stellt sich ein neues Monster unserem Helden, die dann jedesmal auf lächerliche weise ausser Gefecht gesetzt werden. Die Anführerin der Monster lässt den Professor und seine Tochter entführen. Ray und co. brechen mit ihren Motorbikes auf, um ein für alle mal die Fürstin der Dunkelheit zu vernichten. Dabei wird auf dem Teufelstal geschlagen, getreten und so allerhand jedes Studioarsenal in die Luft gejagt. Zum Schluss tretet Inframan gegen die Fürstin an, die sich in einen lachhaften Stoffdrachen verwandelt und befördert sie mit dem Thunder- Fist endgültig ins Jenseits. Der Professor und seine Tochter sind gerettet und alle fahren mit dem Boot fröhlich lachend nach Hause.

Obwohl Inframan von vielen als Ur- Powerranger gehandelt wird, orintiert sich der Film an die japanische Serie "Ultraman". Oder an den viel schlechteren "Frankensteins Kung Fu Monster", auch aus Japan. Die Shaw Brothers waren vor Golden Harvest die erfolgreichste Produktionsfirma Hongkongs und leisteten sich mit diesem Mumpitz einen grossen Ausrutscher.
Interessant ist auch die Tatsache, dass der spätere Bruce- Lee- Imitator Huang Kin Lung alias Bruce Le hier in einer Nebenrolle zu sehen ist. Wäre er bloss bei Shaw Brothers geblieben. Jedem ist Ray- Darsteller Danny Lee als Cop in John Woo's "The Killer" bekannt. Trotz seiner Jugendsünde kauft man ihm den Held dennoch ab.

Meine Kritik: Der Film ist nett anzusehen. Wer auf Trashperlen wie "The Man who saves the World" steht, wird bei "The Super Inframan" seine helle Freude haben. 8 / 10

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