Isobel (Gaby Dohm, Schwester Christa aus der Schwarzwaldklinik) ist schon über 50, lebt jedoch immer noch unter der Fuchtel ihres manipulativen Vaters als dessen “kleines dummes Mädchen” und entsprechend unmöglich ist es ihr, das Verhältnis zu Arbeitskollege Henry (Christian Wolff, Forsthaus Falkenau) zu vertiefen.
Als der fiese Bock endlich ins Gras beißt, hat Henry sich bereits die krakige Harriet angelacht worauf Isobel sich enttäuscht ein Haus auf dem Land kauft, nichtsahnend, dass sie dort bereits als Kind frohe Stunden verlebte, damals, als Mutter noch da war.
Bald schon buhlen der örtliche Lord und Hobby-Arzt (Friedrich von Thun) als auch Mr. Biggs, angeblich „begehrtester Junggeselle der Stadt“ um die alternde Schönheit und auch Henry taucht wieder auf - wie wird Isobel sich entscheiden?
Die ganze Dramatik dieses Zwistes, soviel sei verraten, entläd sich in einer ziemlich peinlichen Szene als sie in den Bach fällt und Henry von der einen Seite und der Arzt-Lord von der anderen sie retten will.
Wie alle Pilcher-Verfilmungen krankt auch diese an der Tatsache, dass alles ja so sehr britisch angelegt ist aber in jeder Hinsicht so urdeutsch rüberkommt wie eine Extraportion Sauerkraut. Hätte man das Ganze im Münsterland oder am Bodensee angesiedelt, wäre das jedenfalls ein Glaubwürdigkeits-Plus denn den Darstellern muß man fairerweise eine solide Leistung bescheinigen. Insbesondere Gaby Dohm spielt tapfer gegen das seichte Drehbuch an und weiß ihrer Rolle trotz weitgehender Anspruchslosigkeit Charakter und eine gewisse Ausstrahlung zu verleihen.
Zusammen mit den nett eingefangenen schottischen Landschaften und der stimmigen Musik die Höhepunkte dieses seichten aber unaufdringlichen Streifens.
Für den lustigen Mr. Biggs, der frappierend an Knorkator-Sänger Stumpen erinnert, gibt es sogar einen Bonuspunkt :o)
Fazit: Routinierter Schmonz mit „Hach“-Faktor der perfekt auf die Ansprüche der Zielgruppe abgestimmt wurde und auch objektiv vereinzelte Lichtblicke bietet, ich hatte schlimmeres erwartet.