Review

Obgleich einige Sensationsquellen das Gegenteil behaupten mögen, - es gibt bis dato keinen Nachweis über einen echten Snufffilm, wodurch er schon längst zum modernen Mythos mutiert ist. Daran wird das Regiedebüt des Chilenen Vito Garcia Viedma natürlich nichts ändern.

Seit Jahren leidet Journalistin Catalina unter dem Trauma einer Vergewaltigung, welche vom Peiniger gefilmt wurde. Nach langer Zeit der Recherchen stößt sie auf ein VHS-Tape, welches ihre eigene Tortur beinhaltet. Mithilfe von zwei weiteren Opfern will sie den Psychopathen dingfest machen…

Es ist schon recht amateurhaft, was Viedma da abliefert. Der Look gleicht dem eines Amateurvideos aus den späten 90ern, passend hierzu werden entsprechende Aufnahmen des Täters mit minimiertem Bildschirmausschnitt eingebunden. Rund eine halbe Stunde werden drei Kapitel gepeinigter Frauen präsentiert, welche jedoch keine expliziten Momente darstellen. Nach sage und schreibe 35 Minuten erfolgen erst die Credits des Vorspanns.

Das Konzept erinnert ein wenig an die Reihe „Guinea Pig“, nur dass es hier beileibe nicht so schonungslos zugeht. Explizite Foltereinlagen finden sich gar nicht und sobald eine Peitsche zum Einsatz kommt, landet diese im Off und hinterlässt folgerichtig auch keine blutigen Wunden. Dennoch ist die Grundstimmung natürlich menschenverachtend und eine Vergewaltigung, die beinahe zwei Minuten aus der starren Distanz festgehalten wird, schürt eine gewisse kompromisslose Herangehensweise.

Mitleid und Mitfiebern sind jedoch zwei unterschiedliche Komponenten und da die Opfer kaum einen Background erhalten und der Täter stets dasselbe Schema abspult, ermüdet das Konzept zusehends. Hinzu kommt die sichtliche Unerfahrenheit sämtlicher Mimen, die allesamt das erste Mal vor der Kamera agieren.

Zwar entwickelt sich im finalen Part tatsächlich noch so etwas wie eine Handlung, die deutlich unter dem Motto Rape & Revenge steht und auch ein paar explizite Gewalteinlagen einbindet, doch das allgemeine Interesse ist bereits deutlich verflogen. Da retten auch das grundsolide Make-up und der minimalistische, jedoch angemessene Score nicht mehr viel.

Womöglich wollte jemand mal wieder mit einem kontrovers klingenden Titel auf sich aufmerksam machen, doch was dahinter steckt, ist nur halbherzig umgesetzter Stoff ohne greifbare Rahmenhandlung. Heraus kommt Langeweile, die einer amateurhaften Produktion geschuldet ist, welche in nahezu allen Belangen versagt.
2,5 von 10

Details
Ähnliche Filme