In langweilig erzählten ersten 35 Minuten zeigt uns eine Journalistin verstörende Amateurfilmaufnahmen, die sie vorab immer wieder kommentiert, bei denen ein Mann in rosafarbender Boxershort und ledriger Maske verschiedene Frauen aufgabelt, sie verschleppt, anschliessend in seinem Hinterzimmer vergewaltigt und oft auch dann noch tötet. Dann beginnen die Anfangcredits, die Journalistin zeigt sich erstmals vor der Kamera, quartiert sich in einem billigen Zimmer ein, erstellt eine täterbasierte Pinwand, holt eines der noch lebenden Opfer ins Boot, findet den Triebtäter und - voila - tötet ihn. Film - Ende! Gefilmt wie zu besten Amateurfilmzeiten, optisch aber noch halbwegs solide, interessiert man sich als Zuschauer solcher zynischer Machwerke weder für Opfer noch für Täter. Da taugen auch keine minutenlangen Vergwaltigungsszenen mit Hechelei, Gestöhne und unerrigiertem (!) Penis. Die Message ist durchaus klar, doch die Umsetzung hapert enorm, die Geschichte ist kaum hinterfragend und die unemotionalen Darsteller bieten weder Empathie, kluge Kommentare noch einen interessanten Dialog untereinander. Kann man also ganz weit wegschieben! PS: Und solche Grütze wird den "Filmsammlern" von obskuren Filmen für den halben Monatslohn in Form von überteuerten Mediabooks angeboten. Absoluter Müll. Klare Empfehlung in dieser Kategorie: "Tesis" von 1995.