Da hat sich der Titel ein treffendes Motto auf die Fahne geschrieben, dem prinzipiell jeder Horrorfilm folgen sollte: Erschrecke, ja, ängstige uns. Die Anthologie, die aus fünf Kurzgeschichten und einer Rahmenhandlung besteht, erfüllt diesen Zweck allerdings nur sehr bedingt.
Die Rahmenhandlung ist in dem verschlafenen Nest Sugarton angesiedelt. In der Buchhandlung von Pete treffen sich abends aufstrebende Autoren, die an diesem Abend Kurzgeschichten vortragen sollen, die ihnen persönlich Angst machen.
Entsprechend sind die jeweiligen Erzählenden auch die Hauptfiguren ihrer Geschichte, deren Perspektive eingenommen wird.
In „Beute der Nacht“ befindet sich ein Frau in einem Gebäude mit zahlreichen Lagereinheiten und begegnet einem Priester mit einer auffallend großen Kiste. Hie punktet primär die isolierte Atmosphäre und einige Zeit dominiert das Gefühl des nicht ganz greifbaren Grauens, welches im Verlauf eine Gestalt erhält, die nicht allzu furchterregend ausfällt.
„Ungebunden“ berichtet von einem Jungen, der sich heimlich ins heimische Büro seines Vaters, seines Zeichens Polizist schleicht, um Tatortfotos zu sichten, woraufhin er von üblen Alpträumen heimgesucht wird. Realität und Einbildung voneinander zu unterscheiden, fällt im Verlauf zwar recht schwer, doch die Inszenierung kommt mit einigen starken Momentaufnahmen daher, die durchaus spooky ausfallen.
In „Unzertrennlich“ verschlägt es einen Tramper an eine einsame, nächtliche Tankstelle, wo er nach einiger Zeit auf einen Mann stößt, der seine Frau in arg verändertem Zustand vorfindet.
Auch hier überzeugt die grundlegende Atmosphäre, doch der generische Verlauf birgt leider keine Überraschungen und noch weniger Blutvergießen.
In der Episode „Ruhe in Frieden“ verschlägt es eine junge Frau mit ihrem Partner in das frisch geerbte Haus ihrer Mutter, welche sie eigentlich gar nicht kannte. Die freundliche Nachbarin soll ihr beim Abendessen berichten. Diese Anekdote lässt sich relativ viel Zeit, obgleich früh klar wird, worauf die Chose hinauslaufen könnte. Entsprechend spannungsarm gestaltet sich die insgesamt schwächste Geschichte.
„Überstunden“ bildet den Abschluss der Reihe und greift gleichzeitig die Rahmenhandlung auf. Auch hier ist die Pointe vorzeitig absehbar und obgleich das Tempo merklich angezogen wird und der Schauplatz angemessen klaustrophobisch anmutet, begeistert das Finale nicht sonderlich.
Insgesamt sticht das vergleichsweise niedrige Budget ins Auge, da jeweils mit geringem Aufwand und nur wenigen Figuren inszeniert wurde und die rar gesäten Gewalteinlagen nie sonderlich explizit ausfallen. Darstellerisch wird allenfalls Durchschnitt geliefert und unterm Strich vermag keine der Geschichten vollends zu überzeugen. Ein paar stimmungsvolle Momentaufnahmen langen da beileibe nicht aus, um mehr als austauschbaren Durchschnitt zustande zu bringen.
5 von 10