Ssssssssshhhhh
„Scare Us“ ist eine durchaus hochwertige Horroranthologie in der sich in einer nerdigen Buchhandlung eine bunte Gruppe von Schriftstellern Gruselgeschichten vorliest - Competition, Clique oder Chaos? Und außerdem scheint draußen noch ein Serienkiller sein Unwesen zu treiben, der das Kino nebenan rot gefärbt hat…
In der Bibliothek hört dich niemand schreien
Für einen guten Horroromnibus bin ich immer zu haben. Wenn mir wie am Lagerfeuer Gruselgeschichten um die Ohren gehauen werden, abwechslungsreich, blutig und bunt, dann bin ich leicht zufrieden zu stellen. Kurzweile und Kreativität stehen da bei mir am meisten im Fokus und in der Gunst. Und „Scare Us“ schafft das instinktiv eigentlich ganz gut. Der Look und das Budget der Zusammenstellung hat mich positiv überrascht. Bei den Darstellern kackt keiner gänzlich ab. Und vom Monstermovie über den Mindfuck bis zu klassischeren Slasherelementen bekommt man eine gut gemischte Tüte für sein Geld, fast wie früher am Büdchen. Unblutig ist das Ganze auch auf keinen Fall. Die Beleuchtung ist kräftig, die Stimmung oft unangenehm nihilistisch. Und die Verpackung, der Wrap-Around, das Szenario in dem die Geschichten erzählt werden, macht Sinn und führt zu etwas - was dann wiederum nicht zufriedenstellend aufgelöst wird, doch das ist dann nur das allerletzte Puzzleteil, das fehlt. Ansonsten ist „Scare Us“ vollkommen akzeptabel - selbst wenn keine der Geschichten wohl wirklich lange im Gedächtnis bleiben wird. Aber für die Zeit als sie über den Bildschirm flimmerten, hatte ich wenig zu beanstanden.
Fazit: für milde Horrorepisodenfilmfans ein lohnenswerter Invest. Abwechslungsreich und düster, wenn auch viel mit bekannten Mustern und Klischees arbeitend. Dennoch erstaunlich zügig. Nur das Ende ist wenig befriedigend und zu offen.