iHaveCNit: The Tragedy Of Macbeth (2021) – Joel Coen – A24 / Apple Films
Deutscher Kinostart: 25.12.2021 / Start auf AppleTV+: 14.01.2022
gesehen am 27.12.2021 in OmU
Arthouse Kinos Frankfurt – Cinema Studio – Reihe 3, Sitz 1 – 20:45 Uhr
Wohlweislich der Entwicklungen im Filmmarkt hin zur Veröffentlichung auf digitalen Plattformen bin ich immer noch von meiner Seite aus ein Junge der alten Schule und bevorzuge egal wie gut mittlerweile die Qualität im Heimkino sein mag eine Veröffentlichung und Sichtung in den Lichtspielhäusern. Gerade und vor allem, wenn es um Filme geht, die man durchaus aus aktueller Sicht gesehen haben sollte, auch wenn diese auf einem altbekannten und bereits auf der Theaterbühne als auch auf der Leinwand mehrfach umgesetzten Stoff handelt wie das Schauspiel „Macbeth“ von William Shakespeare. Schande über mein Haupt, denn „Macbeth“ war leider kein Teil meiner schulischen Vergangenheit und auch wenn ich das gute Stück im Bücherschrank mein Eigen nennen darf, ist es immer noch quasi ungelesen. Wird auf jeden Fall Zeit das gute Stück nachzuholen. Was meine filmischen Berührungen mit dem Stoff angeht kann ich fast unvoreingenommen auf den Stoff blicken, denn meine erste richtig bewusste Berührung war, als ich mir Justin Kurzels „Macbeth“ aus dem Jahr 2015 angesehen habe, der auf große Schlachtengemälde, eine Optik im besten „Vikings“- und „Game-Of-Thrones“-Zeitgeist und großartiges Schauspiel von Michael Fassbender und Marion Cotillard gesetzt und mich seitdem nicht mehr losgelassen hat. Umso mehr war ich gespannt, was einer meiner Lieblingsfilmschmieden A24 und Regisseur Joel Coen mit unter anderem seinen Darstellern Denzel Washington und Frances McDormand zu bieten haben. Nicht mehr und nicht weniger als meine zweite filmische Referenz, wenn es um den Stoff von Shakespeare geht.
Macbeth ist Than von Glamis unter dem schottischen König Duncan. Nach einer erfolgreichen Schlacht wird ihm von 3 mysteriösen Hexen seine Nachfolge als König Schottlands prophezeit. Angetrieben von dieser Prophezeiung und der Manipulation seiner Lady ist er zu allen Mitteln bereit, vor allem als Duncan seinen Sohn Malcom als Thronfolger bestimmt.
Coens „The Tragedy Of Macbeth“ ist ein visuelles und schauspielerisches Erlebnis. Das Seitenverhältnis des Films wirkt wie 4:3, der Film ist komplett in Schwarzweiß gehalten und wirkt mit seinen Kameraaufnahmen und den Sets sehr theatralisch und minimalistisch. Mir hat diese minimalistische, sterile und kühle Atmosphäre durch diese Inszenierung richtig gut gefallen. Das Schauspiel von Denzel Washington und Frances McDormand ist auch über jeden Zweifel erhaben und großartig geworden. Der Stoff wird auch mit den klassischen Dialogen des Shakespeare-Stücks angereichert und mag damit für den ein oder anderen weniger zugänglicher sein, aber für mich passt das zur kühlen Distanz, die der Film gegenüber dem Zuschauer aufbaut. Auch wenn der Film vollständig auf große Schlachten verzichtet, gibt es durchaus auch interessante Kampfsequenzen, die mir sehr gefallen haben. Insgesamt war es auf jeden Fall ein großartiges Erlebnis im Kino.
„ The Tragedy Of Macbeth“ - My First Look – 9/10 Punkte.