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Staffel 1

Durch die Ereignisse in „Avengers: Endgame“ (2019) erhält der schurkische Loki die Gelegenheit, einen anderen Weg auf der Zeitachse einzuschlagen. Hierbei lernt er nicht nur die TVA kennen, eine Behörde zur Zeitüberwachung, sondern auch, dass Varianten seiner selbst existieren.

Spielereien auf dem Zeitstrahl, also Logiklöcher mit Ansage? Aber immerhin auch die Chance, erzählerisch mal einen anderen Weg zu gehen, eröffnen sich doch hierdurch einige Möglichkeiten. Diese nutzt man, erschafft mit der „Time Variance Authority“ ein interessantes Konstrukt, diverse Varianten der Hauptfigur und allerlei Schauplätze. Das Design reicht hier von typischen Fantasywelten bis hin zum Retrostil in der TVA
.
Thematisch mixt man gekonnt die Zeitreisethematik mit Fantasy- und Thrillerelementen, was eine erfrischende Mischung gibt, da man sich nicht an den Filmreihen anbiedern muss. Andersrum wird es das wohl müssen.
Der Aufbau der bisherigen sechs Folgen ist ein flottes Konstrukt, bietet immer neue Abzweigungen, wird aber nie unübersichtlich und schafft ein paar effektive Cliffhanger, die zum Weiterschauen animieren. Zum Ende hin bekommt das Ganze noch „Matrix: Reloaded“ Vibes. Allerdings gefiel mir die (soweit ich das lese) oft kritisierte letzte Folge ziemlich gut. Nicht der übliche CGI-Overkill, sondern ein dialoglastiges Erforschen der Richtungen, in welche manche Figuren gehen wollen oder müssen. Mit, so scheint es, weitreichenden Konsequenzen.

Darstellerisch gibt es den obligatorischen Tom Hiddleston in guter Form, die Rolle spielt er mit viel Verve. Weiterhin gibt’s im Hauptcast Owen Wilson als TVA-Mitarbeiter Mobius und Sophia Di Martino als Sylvie. Die beiden tragen durch ihre eigens verkörperten Charaktere einiges zum Gelingen der Serie bei, Wilson ist schon ein Highlight für sich. Auch der Rest passt soweit, gleiches gilt für die Effekte, wobei gerade auf Lamentis-1 und in der vorletzten Folge die Umwelt schon arg künstlich aussieht. Trotzdem für modernes Serienniveau in Ordnung.

Ein bisschen Beigeschmack bleibt aber doch. Denn trotz des Seriennamens steht eher die Bedeutung der Zeitthematik, denn die Figur Loki, im Vordergrund. Man schafft hier Fakten für's MCU, die sich entsprechend niederschlagen dürften (bzw. schon haben, wenn ich diese Zeilen schreibe). Weswegen es nicht völlig nachvollziehbar ist, warum man das in einer Serie „versteckt“.
Spaß hatte ich trotzdem mit Loki & Co. Fortsetzung folgt. Hoffentlich mitsamt Jetski.

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