Review

„11:14“ beschränkt sich auf die Darstellung der Ereignisse einer Nacht zwischen etwa 23:00 Uhr und 23:30 Uhr. Diese Ereignisse werden aus fünf verschiedenen Perspektiven erzählt.

Da ist zunächst Jack (Henry Thomas, jaaaa, das war der kleine Junge, der zusammen mit „E. T.“ nach Hause telefoniert hat), dem ein junger Mann vor das Auto gelaufen zu sein scheint.
Dann gibt es da noch Frank (Patrick Swayze), der die Leiche eines Mannes, der kurz zuvor noch mit seiner Tochter zusammen war, auf einem Friedhof entdeckt.
Drei Jugendliche, unter Ihnen Mark (gespielt von Colin Hanks, dem Sohn von Tom Hanks), überfahren eine junge Frau.
Duffy, der dringend Geld für die Abtreibung seiner Freundin braucht, versucht seine Bekannte Buzzy (Hilary Swank), angestellt in einer Tankstelle, dazu zu überreden, einen Überfall auf die Tankstelle zu fingieren.
Und Cheri (Rachel Lee Cook) hat unvorsichtigen Sex mit ihrem Freund, einige Geheimnisse, die in den nächsten 10 Minuten aufgedeckt werden und ein Telefonat an ungünstiger Stelle …

Man könnte jetzt annehmen, diese Geschichten hätten rein gar nichts miteinander zu tun, aber weit gefehlt: Einige der Figuren treffen sich in jener Nacht, mit verhängnisvollen Folgen.

Mehr über den Inhalt von „11:14“ zu verraten, wäre fahrlässig und würde das Vergnügen, das man bei der Konsumierung dieses Films zweifellos empfindet, doch erheblich trüben.
Hier nur noch einige Appetithäppchen: Eine der Figuren wird sein Geschlechtsteil verlieren, eine andere unliebsame Bekanntschaft mit einer Skulptur machen, eine dritte Klarheit über die Wirkung einer Patrone erhalten.

Na? Neugierig geworden?
Zu Recht!

Man merkt dem Film gar nicht an, dass er - logischerweise - nur im Dunkeln spielt, denn die skurrilen Ereignisse schlagen den Zuschauer recht schnell in ihren Bann. Man könnte diesen traurigen Gestalten bei ihren dummen und folgenschweren Fehlern noch viel länger zusehen.

Großes Plus des Films ist die Erzählweise aus fünf verschiedenen Perspektiven. Auf diese Weise wird es nie langweilig und mit jeder Episode werden mehr Handlungsfäden zusammen geknüpft, um am Ende ein verheerendes Gesamtbild zu ergeben.
Die zwangläufig auftretenden Wiederholungen von einigen Handlungselementen stören dabei überhaupt nicht, im Gegenteil, sie bieten die Möglichkeit, Geschehnisse, die man vielleicht verpasst hat, doch noch mitzubekommen, oder eben die Bestätigung des bisher Gesehenen.

„11:14“ ist durchweg spannend und die Fehler bzw. Unvorsichtigkeiten der handelnden Personen bieten Anlass zu jede Menge schwarzem Humor.

Die Schauspieler können alle überzeugen, zumal ihnen das tolle Drehbuch kaum Zeit zum Atmen lässt.
Den Vogel schießt dabei sicherlich Hilary Swank mit Zahnspange ab, die als gutmütige, aber leider etwas dumme Buzzy glänzen kann.

Schon 2003 gedreht, kommt dieses kleine filmische Juwel erst jetzt bei uns in die Kinos. Na, wird aber auch Zeit! Bis 23:14 Uhr wird eine um 20 Uhr beginnende Filmvorführung zwar nicht dauern, denn der Film ist mit 85 Minuten recht kurz, aber während dieser Zeit wird es garantiert nie langweilig.
7/10

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