Review

Hm, hatte mir einen intelligenten Episodenfilm vorgestellt. Weit gefehlt. Don't believe the Hype.

Das Drehbuch selbst scheint ganz interessant, jedoch ist die Inszenierung einfach furchtbar. Die Charaktere und deren Dialoge wirken unglaubwürdig, klischeehaft oder anders ausgedrückt einem "American Pie"-Film entsprungen. Es wird einem im Laufe des Films mehr und mehr klar, dass man es hier mit einem absoluten Teeniefilmchen zu tun, nicht grade mit Arthaus-Ware. Wer da sogar Vergleiche mit Tarantino macht, sollte sich "Pulp Fiction" doch nochmal in Ruhe ansehen.

Kurz zur Story. Klar, die wirkt sehr konstruiert, ab das hatte ich auch so erwartet. Schließlich sollte es ja um Zufälle gehen. Also kann ich das noch so akzeptieren.

Aber was sehr stört ist der blöde Humor, der eigentlich oft nur durch die noch blödere Musik erzeugt werden soll. So finde ich es eigentlich nicht besonders komisch, wenn ein Kerl einen Menschen, den er grade überfahren hat in seinen Kofferraum verfrachtet. Regiesseur Greg Marcks allerdings findet dies anschein extrem lustig. Damit der Zuschauer das auch findet, wird die oben erwähnte, fast slapstick-artige Musik in den Hintergrund geknallt. Wie ein großer roter Pfeil soll diese nun andeuten, dass diese Szene ein Leckerbissen für Freunde schwarzen Humors sei... Dazu zähle ich mich auf jeden Fall, aber diese Szene (genauso wie die anderen "Schwarzhumor"-Szenen) sind halt einfach nicht lustig. Alles wirkt zu sehr gewollt und auf cool getrimmt. Was aber das Gegenteil zur Folge hat. Ich kann zumindest über puren Sadismus nicht lachen. Auch die Idee mit dem abgehackten Pimmel soll anscheind die Zuschauer vor Lachen aus den Sitzen hauen. Mit 14 hätte ich vielleicht noch darüber gelacht, aber als Erwachsener geht einem das ganze doch gehörig auf den Keks.

Kommt noch hinzu, dass der Film vieles bei "Go" geklaut haben soll, welchen ich aber noch nicht gesehen habe. Mich hat die "Schieß mir in den Arm"-Szene dafür aber sehr an eine Szene in "Gridlock'd" erinnert.

Trotzalledem kann man dem dankenswerterweise sehr kurzen Film einen gewissen Unterhaltungsfaktor nicht absprechen, was vorallem auf die interessanten "Shit Happens"-Situationen zurückzuführen ist.

Fazit:
Möchtegern-Indie-Teenie-Hype-Film, der viel verspricht, aber wenig hält. Wer einen intelligenten Episodenfilm sehen möchte, der sieht sich lieber "Magnolia" oder "Amores Perros" an. "Elevenfourteen" hat aber weder deren Stil noch deren Klasse. 4/10

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