11:14 verknüpft geschickt die Schicksale von einer Handvoll Menschen, die alle etwa zur gleichen zeit eines Nachts in einer amerikanischen Kleinstadt etwas (mehr oder weniger direkt und indirekt) mit dem Ableben zweier Menschen, einem Überfall und einem abgetrennten Penis zu tun haben.
Mit einer gehöigen Portion schwarzem Humor wird dem Zuschauer ein großes Puzzle nacheinander zusammengestellt, indem immer einzelne Episoden erzählt werden, dann geht die Uhrzeit wieder zurück, und dieselbe Zeitspanne (mehr oder weniger) wird nun aus einer anderen Perspektive erzählt, so dass sich das Gesamtbild tatsächlich erst am Ende entfaltet hat.
Dabei greift 11:14 tatsächlich auf eine Handvoll halbwegs bekannter Gesichter zurück: Patrick Swayze ale bekanntestes neben Hillary Swank oder Barbara Hershey.
Doch genau hier liegt eine der Schwächen des Films, dazu gleich mehr. Erst mal zur Handlung.
Wenn man mal pingeliger ist oder auch nur genauer hinschaut, so ist zwar festzuhalten, dass tatsächlich jedes erzählerische Detail überdacht ist, und wirklich alle Fragen geklärt werden, was bei der Anzahl der Episoden und Fragmente doch schon etwas überrascht, dennoch gibt es etwas, was der Erzähler nicht so ganz hinkriegt: Die zeitliche Kontinuität, manche Episoden können sich unmöglich in dem gesetzten zeitlichen rahmen abgespielt haben, dafür ist die Zeit einfach viel zu knapp bemessen. Das Drehbuch und die Regie setzen sich selbst also einen Rahmen, den sie unmöglich halten können, ohne dass das nötig gewesen wäre. Weil Echtzeit muß ja nun nicht wirklich sein, damit die Geschichte auch so funktioniert, schließlich ist das schon an sich eine wirklich sehr nette Geschichte, die voller Detailverliebtheit und mit Mut zum Spiel verpackt wurde.
Nun zur Schauspielercrew: Außer Hillary Swank handelt es sich hierbei entweder um abgetakelte ehemalige Starschauspieler, deren beste zeit irgendwelchen Bürgerkriegsschnulzen und unheimlich dämliche Tanzfilme waren, oder bestenfalls B-Schauspieler, so dass man das Gefühl hat, entweder einen allenfalls ambitionierten Fernsehfilm der Woche zu sehen oder einfach nur eine billige Independent-Produktion.
Wie dem auch sei, dadurch wirkt der Film schon irgendwie schäbiger als er tatsächlich ist, so dass trotz seines hohen Unterhaltungsfaktors und seiner irrwitzigen Auflösung, die aber immer noch sehr logisch bleibt, in meiner Erinnerung ein bestenfalls durchschnittlicher Film in Erinnerung bleibt.
Etwas schade, aber es hat einfach nicht geklickt: 6 Punkte