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"Wollen sie mir sagen was passiert ist?"

Der angeheiterte Jack (Henry Thomas) befindet sich mit seinem Wagen auf dem Weg zu seiner Freundin, als ihm unter einer Unterführung eine Person auf den Wagen fällt. Geschockt versucht er den Unfall zu vertuschen.
Die drei Kumpels Tim (Stark Sands), Mark (Colin Hanks) und Eddie (Ben Foster) düsen mit einen Kleinbus durch die Straßen, bis ihnen eine Person vor den Wagen läuft.
Duffy (Shawn Hatosy) benötigt Geld und versucht es von Buzzy (Hilary Swank), die an einer Tankstelle arbeitet, zu bekommen. Selbst vor Waffengewalt schreckt er nicht zurück.
Cheri (Rachael Leigh Cook) trifft sich mit ihrem Freund. Ihr Vater Frank (Patrick Swayze) ist besorgt wegen der Verbindung. Während er mit seinem Hund Gassi geht entdeckt er eine Leiche auf dem Friedhof.

"11:14" ist ein respektloser und äußerst amüsanter Film, der gekonnt die Schicksale unterschiedlicher Personen in einer Nacht verknüpft, deren Leben sich schlagartig um die titelgebende Zeit ändert. Dabei geht es der Mischung aus Thriller und Komödie weniger um eine tragische Darstellung seiner Figuren, sondern vielmehr um eine Aneinanderreihung absurder und tiefschwarzer Geschehnisse, bei denen ein loser Grabsteinsockel, ein abgetrennter Penis und eine mehrfach vorgetäuschte Schwangerschaft nur die Spitze des Eisberges sind.

In knapp über 80 Minuten erzählt "11:14" fünf Geschichten in Episodenform. Nacheinander erfährt der Zuschauer das Geschehen immer wieder aus anderen Perspektiven. Zunächst haben diese Personen scheinbar nicht viel gemeinsam. Erst nach und nach wird klar, dass die einzelnen Geschichten weitreichender miteinander verknüpft sind. Das Drehbuch ist dabei aber dermaßen ausgeklügelt, dass der Film immer wieder neue Überraschungen bereit hält. Zu keinem Zeitpunkt wird es langweilig oder können Geschehnisse wirklich vorausgeahnt werden. Und erst in der letzten Minute wird eine Brücke zum Anfang des Films geschlagen.

Obwohl "11:14" ein sehr kleiner, unscheinbarer Film ist, kann er recht viel. Er ist sehr rund, auch wenn Handlungsfäden offen bleiben. Die Handlung ist im eigentlichen sehr einfach, durch den Erzählstil jedoch clever umgesetzt. Dank der kurzen Laufzeit entstehen keine Längen. Und der überaus schwarze, teils sehr derbe Humor ist überaus amüsant.

Neben der völlig ungenierten Erzählung sind es vor allem auch die Darsteller, die maßgeblich zum Gelingen des Films beitragen. Obwohl stets nur einige Minuten auf der Leinwand zu sehen, präsentieren sich Hilary Swank ("Million Dollar Baby", "Betty Anne Waters"), Patrick Swayze ("Dirty Dancing"-Reihe, "Donnie Darko") sowie Ben Foster ("30 Days of Night", "Pandorum") überaus engagiert.
Rachael Leigh Cook ("Eine wie keine") stellt eine besondere Überraschung dar. Mit ihrer Rolle versucht sie ihr Image als Teen-Star hinter sich zu lassen, auch wenn sie nicht gänzlich überzeugt.

"11:14" ist eine unterhaltsame, schwarze Thriller-Komödie. mit einer außergewöhnlichen episodenhaften Erzählweise. Der Soundtrack mit einem markanten, immer wiederkehrenden Thema unterstreicht die vielen Wendungen, Pannen und Absurditäten. Die Besetzung ist charmant und vielseitig. Eine überaus leichte Variante von "Memento" ohne dessen Komplexität zu erreichen. Dafür aber um einiges lustiger.

8 / 10

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