An einem Abend um 11:14 Uhr verändert sich das Leben verschiedener Menschen: Einem Autofahrer fällt ein Mensch von einer Brücke direkt auf die Windschutzscheibe; eine Jugendbande auf Spaßtour überfährt versehentlich eine junge Frau; ein Vater verliert seine Tochter; der Versuch eines Pärchens, den Laden, indem sie arbeiten, auszurauben, geht nach hinten los.
Der Zusammenhang, in dem die einzelnen Episoden dieser pechschwarzen Komödie zueinander stehen, erschließt sich nur Stück für Stück und eröffnet am Ende einen Blick auf ein so komplexes wie irrwitziges Mosaik aus Fahrlässigkeit, Gier, Verrat und enttäuschter Liebe. Dabei ist es wirklich beeindruckend, wie punktgenau die einzelnen Episoden einander streifen, um erst im dramatischen Finale endgültig aufeinander zu stoßen. Hier verspürt man einen Hauch der schicksalhaften Vielschichtigkeit des Lebens: Menschen begegnen einander, ohne zu ahnen, was ihnen geschehen sein oder noch zustoßen mag, oder welche Bedeutung sie auch füreinander entwickeln mögen. Auch wenn hier natürlich einige Zufälle zusammenkommen, um die irre Story zu ermöglichen, ist das alles wirklich unterhaltsam und faszinierend aufgebaut.
Dabei stehen die einzelnen Handlungsstränge dem Gesamtkonzept in ihrer Verrücktheit in nichts nach: Ob Patrick Swayze (in einer seiner letzten Rollen) als Vater, der den vermeintlichen Mord seiner Tochter an ihrem Geliebten vertuschen will, oder Hilary Swank als etwas debile Verkäuferin, die sich in die Überfallpläne ihres Kumpels reinziehen lässt - die Darsteller verkörpern ihre skurrilen Charaktere mit viel Überzeugungskraft und schrägem Charme, sodass die Akteure durchweg sympathisch wirken. Selbst Ben Foster als Teenie, der auf drastische Weise zu mehr Verantwortlichkeit erzogen wird, bewahrt seiner Figur einen gewissen Sympathiebonus.
Zu diesen soliden darstellerischen Leistungen gesellt sich die vertrackte Story, deren Zusammenhänge wie gesagt nur Stück für Stück erkenntlich werden, die es aber durch eine gut strukturierte Inszenierung der Rückblenden schafft, den Zuschauer stets die Orientierung bewahren zu lassen. So kann der sich voll auf die schwarzhumorigen Inhalte der einzelnen Szenen konzentrieren, die mit durchgeknallten Ideen, liebenswert-verrückten Charakteren und eingestreuten blutigen Gewaltszenen für Unterhaltung sorgen. Dem Drehbuchschreiber und Regisseur Greg Marcks muss hier ein dickes Lob ausgesprochen werden.
Nur schade, dass der Film letztendlich die Ereignisse jener Nacht ein wenig ins Leere laufen lässt. Im Grunde kann man sagen, dass die Rückblenden, aus denen der Film besteht, die Grundlagen erklären, durch die es zur einleitenden Episode kommen konnte. Allerdings bietet diese Einleitungsszene noch offene Handlungsstränge: Zwei Menschen sind auf der Flucht vor der Polizei, einer wird unschuldig verhaftet, die Teenie-Gruppe ist auf dem Weg ins Krankenhaus. Es wäre wirklich interessant gewesen, diese Geschichten zu einem Abschluss gebracht zu wissen - irgendwie fehlt hier also eine Episode. Durch die hätte "11:14" noch eine Spur tiefgründiger werden können. Als schwarze Komödie mit einem guten Schuss Tragik und starker Story überzeugt er aber auch so vollauf.