Review

Tapferkeitsbredouille

Don Siegels „Hell Is For Heroes“ ist ein bockstarker Kriegskracher aus der zweiten Reihe, fast wäre ich geneigt B-Movie zu sagen, über eine in Deutschland stationierte, sehr kleine Truppe von US-Soldaten gegen Ende des entschiedenen zweiten Weltkriegs, die sich eigentlich auf die Rückfahrt in ihre Heimat vorbereiten und freuen. Doch nun müssen sie noch einmal an die labile Front - und das auch noch völlig unterbesetzt in einen leeren Landstrich, der es für die Deutschen zu einem Leichten machen würde sie zu überrennen…

Hoffnung, Schicksal, Stoizismus

Was ein Brett! Konzentriert, on point, starstruck. Und doch nur allzu menschlich, nachvollziehbar, klar und psychologisch wertvoll. Wie steinerne Engel in einer zerbombten Kirche, wie die letzte Hoffnung schwindet, wie der finale Bunker brennt. „Hell Is For Heroes“ zeigt das Warten und das Sterben des Krieges, die Brüderlichkeit und Unbarmherzigkeit. Steve McQueen geht hier weit über „Cool“ hinaus. Das ist schlicht wahnsinnig intensiv was er und Siegel hier machen. Jeglichem Fett entledigt. Vollkommen im Moment. Und dieser ist bitter und seelisch bahnbrechend. Ich war gebannt, transfixiert, zerstört. Absolute Ausnahmeerscheinung dieses Genres, das also beileibe nicht immer riesige Budgets und Massenszenen braucht! 

Fazit: ein kleiner, kompakter und unheimlich packender Kriegsfilm mit Starbesetzung, ungewöhnlicher Direktheit, feiner schwarz-weißer Bildsprache, krassen Kontrasten und einem psychologisch-bleibenden Unterbau. Vergisst man nicht! McQueen ist legendär. Und Siegel liefert hier im kleinen Großen wahrhaft ab! 

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