Julie ist ein 14-jähriges Mädchen, dass mit ihrem Vater, ihrer Stiefmutter und gefühlten 1.000 Schlangen zusammenlebt. Als die Stiefmutter vergewaltigt und getötet wird, lässt Julie das ziemlich kaltherzig geschehen, obwohl sie die Tat hätte verhindern können. Als der Vater wiederum heiratet und die neue Frau auch noch ihr Kind mit in die Ehe bringt, sieht sich das Mädchen in der Pflicht, etwas dagegen zu unternehmen...
Noch nie was von "July Darling" gehört? Das kann auch gerne so bleiben... Was hier etwas leichtsinnig als Psychothriller angekündigt wurde, ist ein Wahrheit ein Familiendrama, das man getrost in jeder Hinsicht als missglückt betrachten kann. Wen interessiert es schon, wenn Papi und Mama am Esstisch sitzen oder sich nachts im Bett lieb haben? Dass einpaar große Reptilen durchs Wohnzimmer krauchen gibt dem Ganzen eine fast schon ungewollt bizarre Note.
Regisseur Lutz Schaarwächter hat leider dafür gesorgt, dass dies nicht lange so bleibt. Die Handlung wird träge und vorhersehbar, von Isabelle Mejias in der Titelrolle geht keinerlei Bedrohung aus. Was durchaus klaustrophobisch hätte sein können, weil alles nur in einem einsamen Landhaus passiert, wird schnell zum Kammerspiel mit begrenztem Personenkreis, bei dem ein Durchhänger den nächsten jagt.
Man kann natürlich auch hier viel reininterpretieren, sollte es jedoch besser sein lassen. Trotz aller Langweile ist "July Darling" ein furchbar oberflächliches Filmchen, bei dem man die angeblichen psychologischen Aspekte sehen kann, wenn man will, oder auch nicht.
Ansonsten: Kultfilme, die keine sind - "July Darling" gehört da ohne Weiteres dazu. Selbst in den Bahnhofskinos der damaligen Zeit wurde Aufregenderes gezeigt als dieses einsame Überbleibsel.