Eine Gruppe von Jugendlichen macht Urlaub in einer Hütte im Wald ... - das kennen wir schon.
Einer nach dem anderen beißt ins Gras ... - auch altbekannt.
Der Killer: ein fleischfressendes Killervirus! ............. hääää?!?!?!?!
Also eines vorweg:
Als ernstgemeinten Horrorfilm kann und sollte man CABIN FEVER gewiss nicht betrachten.
Handlung, Charaktere und Dialoge sind auf den ersten Blick ziemlich dämlich und debil, andererseits durch den hohen "Schmarn"-Faktor aber auch sehr unterhaltend.
Der ganze Streifen wird von Unernst und Humor begleitet, welche aber so dezent eingesetzt werden, dass man sich den ganzen Film über fragt: "Soll das jetz' nun witzig sein, oder nicht?!?!"
Und genau darin besteht meiner Meinung nach die große Stärke des Films: er wandelt auf dem hauchdünnen Grat zwischen ernst und unernst, zwischen nervig blöd und witzig, einfach zwischen gut und schlecht.
Grob betrachtet ist CABIN FEVER ein wirklich unterdurchschnittlich schlechter und ziemlich blöder Horrorfilm mit völlig abstruser Story und lahmen Effekten (Splatter praktisch gleich Null).
Andererseits handelt es sich hierbei aber um eine versteckte, sublime Hommage an das "Teenies-geh'n-in-den-Wald-zum-sterben"-Genre und um eine heimliche Horror-Komödie, in der einem wegen der stark absurden Story folgende Fragen durch den Kopf schießen:
- "Warum bringen die Teenies den kranken Einheimischen gleich um?"
- Warum kommt das verseuchte Grundwasser nur in dieser einen, beschissenen Hütte im Wald aus dem Wasserhahn?"
- "Das gibt's doch nicht, dass der Virus nur durch das Wasser übertragen wird!?"
- "Warum machen die Cops am Ende des Films das?"
Fragen über Fragen und Sinnlücken en masse erinnern uns mal wieder daran, dass es im Horrorgenre einfach nicht unbedingt auf Logik und Handlung ankommt. .... Naja, großartige Effekte bietet der Streifen zwar auch nicht, ... aber egal.
Die Frage, ob CABIN FEVER absichtlich so uneindeutig geraten ist, verrät die Szene ganz am Schluss, in der "Nigger" von dem Hinterwäldler bekommt, was er verdient.
Diese Szene bezeugt meiner Meinung nach, wie dreist der Film die ganze Zeit über mit dem Zuschauer gespielt hat.
Fazit:
Nettes, kleines Filmchen, mit dem man anfangs nur schwer was anfangen kann, dass aber dennoch gut unterhält, auch wenn es nicht konkret einzuordnen ist.
Was man im Endeffekt damit anfängt oder was man davon zu halten hat, bleibt vom Film unbeantwortet und jedem selbst überlassen.
Ich garantier' euch aber, dass der Streifen für euch nicht mit dem Abspann endet, da man zwangsläufig noch ein bisschen über das gerade Gesehene nachgrübeln muss.
Ein Ergebnis solltet ihr euch mit dieser Kopfarbeit aber nicht erhoffen.
Egal. Schaut'n euch einfach selber an!