Was ist davon zu halten, wenn Quentin Tarantino (Reservoir Dogs) von einem Film wie "Cabin Fever" behauptet, dass dieser Film die Zukunft des Horrorfilms sei. Leider ist davon nicht allzu viel zu halten. Entweder hat Herr Tarantino einen anderen Geschmack was Horrorfilme angeht oder er hat nur wieder eine Gelegenheit gesucht, seinen Senf zu 'nem Film zu geben. Vielleicht hatte er ja auch eine Wette am laufen, wo es darum geht, bloß durch den Spruch eines bekannten Kult-Regisseurs einen x-beliebigen Pseudo-Kulthorrorfilm groß rauszubringen. Denn die die Zukunft des Horrorfilms sehe ich in "Cabin Fever" nicht, eher in Werken wie "Final Destination" oder "Saw", auch wenn Letzterer kein wirklicher Horrorfilm sondern ein Thriller ist.
Wie dem auch sei. Eine Handlung gibt es dennoch und sie spielt sich so ab:
Fünf Studenten wollen Urlaub in einer Waldhütte machen, die scheinbar am Arsch der Welt liegt. Das kann freilich nicht gut gehen! Schon als unsere Studenten (was auch immer die studiert haben mögen) ein einsames Kaff passieren, verhalten sich die Bewohner (deren Eltern wohl allesamt Geschwister sind) mehr als seltsam. An besagter Hütte angekommen weiß unser halbwegs debiles 5er-Pack auch gleich was mit der Zeit anzufangen. Ein Pärchen poppt sich erstmal das restliche Gehirn aus'm Schädel, ein scheinbar zukünftiges Pärchen führt auf einem Floß ein pseudo-tiefgründiges Gespräch und der Team-Blödi springt gleich mit geladenem Gewehr ins Geäst, um einen auf Nagetier-Terminator zu machen. Abends wird die Gruppe dann von einem ziemlich aggressiven Einheimischen angepöbelt, der bereits mehr tot als lebendig wirkt. Doch der kann rasch als laufende Fackel vergrault werden. Langsam kommt unser dynamisches 5er-Pack dem Greuel auf die Spur: Eine todbringende Seuche geht um! Als Karen (Jordan Ladd) erste Symptome der körperzerfressenden Krankheit zeigt, wird sie von ihren einstigen Freunden als Bedrohung angesehen. Schon bald rücken ein paar christlich-konvervative Dorfdeppen an, die von der ganzen Sache Wind bekommen haben, um die unerwünschten Besucher loszuwerden. Dabei sehen sie unsere ehemals studierenden Freunde lieber tod als lebendig...
Zu den Darstellern braucht man hier nicht viel zu sagen. Lediglich Cerina Vincent (Nicht noch ein Teenie-Film) sowie James DeBello (American Pie) können sich aus der fünfköpfigen Gruppe herauskristallisieren, auch wenn sie selbst alles andere als oscarreif spielen. Mächtig auf die Eier geht einem allerdings Giuseppe Andrews (American History X) als partysüchtiger Provinz-Bulle. Regisseur Eli Roth (The Rotten Fruit) kreuzt auch persönlich als Möchtegern-Skater samt Köter beim abendlichen Lagerfeuer auf, um eine Tüte Gras zu verteilen und macht sich dann genauso schnell aus dem Staub, wie er aufgetaucht ist. Was hatte der in dem Wald überhaupt zu suchen? Gras pflücken?
Da Eli Roth als Regisseur und Drehbuchautor gleich mehr als einen Faden in der Hand hatte und der Mann noch recht unerfahren ist, hat er sich wohl etwas übernommen. Aus den guten Ansätzen hat er kaum was gemacht und spult den ganzen Film ziemlich lahmarschig und in 08/15-Tour ab. Denn die Idee von "Cabin Fever" an sich ist recht gut, da man einen Teenie-Slasher zu sehen bekommt, wo mal keine strohblöden Teenies vor einem kranken Maskenmörder abhauen und auch keine Dämonen den Kindern ans Leder wollen. Apropo Kinder: der Junge auf der Schaukel könnte glatt von der Kelly Family abstammen und benimmt sich auch recht debil. Was das Ganze mit dem mädchenhaften Bengel überhaupt soll, ist mir bis jetzt noch verborgen geblieben. Am Ende wird dann die Seuche durch profitgierige Kinder verbreitet. Die Splatter-Effekte sehen annehmbar aus und, wie gesagt, ist die Idee von "Cabin Fever" mal garnicht so blöd, wurde halt nur blöd umgesetzt. Am Schluss mussten natürlich noch kurz ein paar gutgelaunte Quoten-Bimbos vorbeischauen, um eine Knarre einzukassieren und mit der fröhlichen Country-Gemeinde unbeschwert verseuchte Limo saufen und abfeieren, bis die "Fetzen" fliegen...
Herr Tarantino sollte demnach mal besser bei einem Film hingucken, ehe er irgendwelche halbwertigen Prognosen von sich gibt. Auch ein gewisser Peter Jackson (King Kong) hat den Film in den höchsten Tönen gelobt. Gut, mögen sowohl Tarantino als auch Jackson begabte Regisseure sein, auf eine Zweitkarriere als Filmkritiker sollten sie jedoch verzichten. Das Bewerten und Kristisieren von Filmen können die beiden ruhig den OFDB-Mitgliedern überlassen.