Review

Ich will das Regiedebüt von Eli Roth nicht vollends in den Dreck ziehen, denn nach den teils heftigen Verrissen hatte ich eigentlich einen Totalausfall vermutet. Ganz so schlimm habe ich CF dann zwar nicht empfunden, aber eine Reihe von Ärgernissen haben den Film schon hochgradig geschadet. Das, was man Roth aber am meisten vorwerfen kann, ist das ungenierte Klauen bei anderen Horrorfilmen. Da unter diesen - bis auf wenige Ausnahmen - auch Genrereferenzen waren, kann man nur vermuten, ob Roth sich vor diesen verbeugen oder ihm einfach nichts Eigenes einfallen wollte, denn CF ist wahrlich arm an Innovationen, die Liste der Verfehlungen hingegen lang.

Fünf Teens mit einem Dauergrinsen im Gesicht machen Urlaub in einer Waldhütte (Achtung: Tanz der Teufel), machen dort ein bisschen Liebe (Achtung: American Pie; okay, war nur ein Scherz), stolpern hysterisch kreischend durch den Wald (Achtung: Blair Witch Project) oder lassen sich von grenzdebilen Hinterwäldlern jagen (Achtung: Freitag, der 13.).

Neben dem dreisten Abkupfern ärgern besonders die schauspielerischen Defizite der Novizen in diesem Film, die Dialoge sind zudem platt wie in einer der zahllosen amerikanischen Teeniekomödien und das Drehbuch offenbart Logiklöcher so groß wie die in der Haut der Camper. Was man hier dann zu sehen bekommt, ist wahrlich nicht appetitlich und als die Leute in Panik geraten, ist die Atmosphäre schon ziemlich unheimlich. Ein klarer Pluspunkt stellt hierbei auch die musikalische Begleitung dar, wenigstens ein Lichtblick in diesem Film. Kein Meistergriff war allerdings die frühe Auflösung der Seuchenherkunft, wenigstens das hätte Roth eleganter machen können.

Frevelhafter Höhepunkt ist definitiv die Wiederauferstehung von Romeros Endszene aus „Night Of The Living Dead", die so banal umgesetzt wurde, dass man Roth dafür steinigen müsste. Vielleicht wollte er dem Zombie-Altmeister seiner Huldigung Ausdruck verleihen, ich nenne es mal Blasphemie, mindestens...

Fazit: Ein absolut durchschnittlicher Horrorfilm ohne Eigenständigkeit und neue Impulse. Kann man schauen, muss man aber nicht.

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