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Ein Flugzeug stürzt über dem Drachendreieck, dem asiatischen Bermudadreieck ab. Die Überlebenden stranden auf einer scheinbar unberührten Insel, die sich jedoch schnell als tödliche Falle entpuppt. Riesige Krokodile und andere mutierte Kreaturen machen die Gegend unsicher und dezimieren die Gruppe.


Die Grundidee – Absturz, Insel, Monster – ist simpel und für Monster-Trash im Stil von Asylum absolut brauchbar und ausreichend. Allerdings wird das hier erstaunlich lustlos runtergekurbelt und das Drehbuch ist eh ein monstermäßiges Desaster. Ähnlich wie Haie oft in ihren Filmchen Geräusche von sich geben, ist das auch hier bei den Krokodilen der Fall. Der Unterschied ist aber, dass Krokodile tatsächlich ein breites Repertoire an Lauten zur Verfügung haben. Speziell das Salzwasser- oder Leistenkrokodil, das größte und aggressivste Reptil, gilt als das lauteste Krokodil. Vermutlich ist das aber ein Glückstreffer des Drehbuchs, denn die hier gezeigten Spinnen können im Film auch wütend brüllen, was völliger Quatsch ist.

Galoppierenden Unsinn bekommt man hier aber eh zuhauf geliefert. Ein abgeschlagenes Spinnenbein kann locker als Schwert verwendet werden, komplett mit geschärfter Klinge und metallischem Sound beim Aufheben. Die lieben Krokos dieser Insel haben auch die Eigenart, ihre Beute anzuspringen. Sehr kreativ. Und selbstredend muss mindestens ein Typ in dieser monsterverseuchten Ecke der Welt unbedingt an Sex denken. Muss man aber schon verstehen, denn er hat ja ein neues Herz in Aussicht, denn in China werden transplantierfähige Organe scheinbar schon Monate im Voraus zugesagt. Respekt.

Es ist wohl überflüssig zu sagen, dass die Figuren erwartungsgemäß blass bleiben. Statt klarer Dynamiken oder nachvollziehbarer Entscheidungen bekommt man austauschbare Charaktere, die hauptsächlich dazu dienen, nach und nach im Riesenkrokodil oder kostengünstig einfach unter Wasser zu verschwinden. Emotionale Bindung entsteht logischerweise gar nicht. Entsprechend verpufft jeglicher Versuch, dramatische Momente zu kreieren, nahezu wirkungslos, was durch die oft schwachen CGI-Effekte nur verstärkt wird. Die meisten Krokodile wirken eher wie unfertige Videospielgegner. Furchteinflößend geht anders, selbst im Monster-Trash.

Dabei muss man wiederum aber auch attestieren, dass hier handwerklich nicht alles völlig misslungen ist. Die Kamera arbeitet solide und fängt die durchaus ansehnlichen Schauplätze ordentlich ein. Die Inselkulisse hat stellenweise tatsächlich Atmosphäre zu bieten. Aber selbst diese positiven Ansätze werden nur insofern konsequent genutzt, dass sie quasi immer durch irgendeinen Unsinn zunichte gemacht werden. Spannung baut sich kaum auf, und selbst actionreich gedachte Szenen bleiben erstaunlich träge.


Crocodile Island klingt nach klassischem Creature-Feature-Trash, liefert aber leider selbst dafür zu wenig Substanz. Statt Spannung oder Eskalation gibt es vor allem zielloses Herumirren und vorhersehbare Angriffsszenen, die kaum Wirkung entfalten. Am Ende bleibt ein Creature-Feature, das weder richtig trashig noch ernsthaft unterhält. Ein paar nette Naturaufnahmen und die grundsätzliche Idee reichen nicht aus, um die vielen Schwächen zu kaschieren. Selbst für Genre-Fans eine Lachnummer.



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