Inhalt:
China, wohl in den Jahrzehnten nach der bürgerlichen Revolution.
Die Eltern (Chao Lei, Lily Chen Ching) von Lung (Unicorn Chan) wurden vor vielen Jahren von "Krüppel"-Wu (Tang Ti) brutal getötet.
Von kleinauf lernte Lung die Kunst des KungFu..., doch wird ihm auch gelehrt, Zurückhaltung und Demut zu zeigen.
Lung lernt einen kleinen Jungen kennen, Siau Fu (Mang Hoi), bei ihm und seiner Mutter (Lai Man) findet Lung Arbeit und Obdach.
Der Clan der Wongs sorgt im Ort für Unmut..., dieser und die ihm unterstehenden Schergen sind für illegalen Waffenhandel und Drogen-Schmuggel verantwortlich, sie kollaborieren hierzu auch mit den verhassten Japanern.
Ihr offizieller Boss, Wong (Chin Ti), ist ein verhaltensgestörter Stotterer. Das Sagen im Clan und der Bande haben die eitel-verruchte Hung Mei (Tina Chin Fei) und der brutal-skrupellose Sun Tai (Yasuaki Kurata).
Wong hat Interesse an der schönen Artistin (Kitty Meng Chui) einer Schausteller-Truppe.
Die Bande tötet fast ihre gesamte Familie, um sie zu verschleppen.
Lung, der sich bislang ziemlich zurückhielt und sich auch demütigen ließ, entsprechend seiner Lehrjahre..., kann nicht mehr lange Contenance üben.
Als die Mutter des kleinen Siau Fu von den Verbrechern getötet wird, und die Artistin in der Gewalt der Bande ist, wird Lung zur Kampfmaschine.
Es kommt zum sehr hart umkämpften Duell mit Sun Tai..., und dann zum Show-Down gegen den Wong-Clan, dem sich auch "Krüppel"-Wu, einst der Mörder von Lung´s Eltern, angeschlossen hat.
Schließlich stehen sich Lung und Wu in einem Kampf auf Leben oder Tod gegenüber.
Inhalt:
"Fist of Unicorn" ist ein ziemlich berühmter Eastern..., mittlerweile ein Klassiker seines Genres.
Der Streifen gilt auch als erster "Bruceploitationer"..., der sogar noch zu Lebzeiten des King of KungFu, Bruce Lee, entstand. Und laut hkmdb.com -jener eigentlich sehr gut informierten Database des Hongkongfilms- soll Bruce Lee höchstpersönlich hier einen Teil der Kampfregie übernommen haben (der Film kam im März 1973 in die Kinos, Lee verstarb im Juli 1973. Außerdem sind für einige Sekunden ein paar kleine Archiv-Aufnahmen Lee´s hier zu sehen).
Das ist durchaus möglich, tragen die Fights, die in einem sehr reellen, für Lee typischen Stil gehalten sind, doch diese Handschrift. Zudem war Hauptdarsteller Unicorn Chan ein Jugendfreund Bruce Lee´s.
In hell-klaren Bildern gehalten..., in einer kostengünstig wirkenden doch gediegenen Atmosphäre, ist "Fist of Unicorn" ein mit einer einfachen, mitunter wirr-hanebüchenen Story versehener, knallharter KungFu-Actioner, der sich sehr offensichtlich an den "Golden Harvest"-Klassikern "Hap Ki Do" und "When Taekwondo strikes" sowie natürlich den Bruce Lee-Easternfilmen orientierte.
Auch die Mitwirkung von Wei Ping-Ao, Whang In-Shik und Ji Han-Jae verstärkt diesen Eindruck.
Zur Popularität dieses KungFu-Streifens bei Eastern-Fans trägt zudem bei, dass MegaStar Jackie Chan hier ganz klein mit dabei ist, wenngleich schwer zu entdecken.
"Fist of Unicorn" kommt indes schwer in Gang..., die hanebüchene und anfangs wirr-inkohärent wirkende Story, und dass die Fights eingangs wenig Drive haben, manches gar peinlich ist, lässt den Film zunächst schwach wirken.
Die Figur des Helden ist demütig, sie wirkt gar etwas träge, fast feige.
Doch dann entwickelt dieser Eastern immer mehr ein Interesse beim Betrachter, baut sich die Spannung immer mehr, aber fast subtil auf, die Action erhält immer mehr Drive, die Dramatik nimmt immer stärker zu, und "Fist of Unicorn" unterhält den Fan des Genres noch auf mehr als passable Weise.
Auch atmosphärisch kann der Streifen immer mehr überzeugen, vor allem das Duell Unicorn Chan vs. Yasuaki Kurata an einer hellsandigen Schlucht unter strahlend blauem Himmel und der Endfight, können auch von den Hintergründen her den visuellen Eindruck heben.
Zum Schluss laufen sich die Dinge zurecht, und die reell-harten KungFu-Fights lassen den Zuseher sich immer mehr auf das Geschehen focussieren.
Dies und die sich intensivierende Dramatik und die sich reinwühlenden und -knienden DarstellerInnen, sowie die eingangs erwähnten, fast easternfilmhistorischen Nuancen, begründen den wenn auch kleinen Kultstatus von "Fist of Unicorn"..., etwas hochtrabend formuliert.
Unicorn Chan, einst Jugendfreund des großen Bruce Lee, ist hier der Held, der Anti-Held denn eher. Zurückhaltung und Demut..., zeichnen seine Figur anfangs aus. So lässt er sich vieles gefallen..., doch genretypisch verändert er seine Art, als es die Villains zu weit treiben. Typisch ist natürlich, dass seine Figur zur Kampf-Sau wird..., ihre Skills denn zeigt, und die Bösen zur Rechenschaft gezogen werden.
Chan spielt das mehr als solide, und überzeugt die Zuseher und Eastern-Fans.
Kitty Meng Chui ist hier seine Partnerin, die agiert taff und zeigt sogar mit die besten Kampfsequenzen, todesmutig wirft sie sich in die finale KungFu-Schlacht.
Yasuaki Kurata ist hier der heimliche Hauptvillain..., auch seine Skills heben die reelle, puristische KungFu-Action..., und Easternfans kennen seine Strahlkraft als Bösewicht ala "DER Japaner im chinesischen Eastern-Sektor".
Mang Hoi ist als hier ca. 11-Jähriger Junge zu sehen, er macht das total tapfer, es ist ja immer so eine Sache wenn ein Junge mitmacht. Zu nervig fand ich ihn hier aber keineswegs.
Chin Ti als verhaltensgestörter, notgeiler Stotterer..., anfangs belächelt man ihn eher. Aber ganz merkwürdig..., entwickelt sich auch diese Figur subtil, und das Lächeln weicht beim Betrachter.
Der Rest des Ensembles ist drumrum gebaut..., aber interessante und hier überraschend auftretende, für die Eastern-Kenner namhafte Akteure und Akteurinnen, sind zu erblicken: Tina Chin Fei, die wieder überaus attraktive Actrice, Wei Ping-Ao als Japaner mit Hitlerbärtchen, "Mars"... der eselige Zappelphillip aus dem Dunstkreis Jackie Chans, Whang In-Shik und Ji Han-Jae aus den GH-Klassikern mit Angela Mao, Eastern-Haudegen Lee Man Tai, Regisseur Tang Ti agiert als Opening- und End-Villain mit... und ganz klein... Jackie Chan.
Ist also ein überraschend interessanter Cast.
Die KungFu-Action ist puristisch-reell, klassische Techniken ohne akrobatischen Schnickschnack, Choreos im Stile Bruce Lee´s, Unicorn Chan trifft sein Ziel..., und ein weniger als ´spartanisches´ Dubbing unterstreicht zudem die Realistik der Fights.
Doch wird es sukzessive mit der Laufzeit immer intensiver, nimmt auch die Härte der Aktionen zu, wird der Film zum knallharten KungFu-Actioner... zudem stimmt wie zuvor erwähnt jetzt auch das Atmosphärische in erodierten Fels- und Schlucht-Locations.
Das Duell Unicorn Chan vs. Yasuaki Kurata ist denn bereits das Highlight dieses KungFu-Films noch vor dem Endfight.
"Fist of Unicorn" ("Bruce Lee and I", aber bitte nicht mit dem Shaw Brothers-Film von 1976 verwechseln)..., ist sicher nicht der Eastern-Weisheit letzter Schluss, und hat seine Schwächen in der Story und in manchen schauspielerischen Darstellungen.
Aber es ist gediegene Kost, ein KungFu-Actioner um einen letztlich wieder einsamen, harten Kämpfer, der sich so wie der Streifen selbst, entwickelt..., und über interessante Nuancen auch am Rande, im Umfeld dieses Films, verfügt.
Knappe, etwas wohlwollende 7/10 Punkte kann ich vergeben.