Über Cage und seine wilden Filmauswüchse müssen wir hier und heute kein Wort mehr verlieren. Der Mann legt eben keinen Wert mehr auf den großen Erfolg, den er schon 20 Jahre vorher hatte, sondern er macht nun auswegslos Filme, die ihm Spass machen und abwechslungsreiche Charaktere bzw. eine gewisse Schrulligkeit mit sich bringen. "Pig" ist nach "Mandy", "Die Farbe aus dem All", "Willys Wonderland" oder "Mom & Dad" nun aber doch nicht mehr das groteske DTV-Werk geworden, das man sich insgeheim gewünscht hatte. "Pig" ist keine Wundertüte an derben Einschüben, grotesker Gewalt und anormalen Typen. "Pig" ist in erster Linie ein DRAMA. indem ein Mann versucht sich selbst zu finden und dabei eine alte Fährte aufnimmt, anstatt die neue erstmal zu vollenden. "Pig" ist ein langsames, in sich gekehrtes Psychogramm, in dem Cage versucht als zotteliger Vollbart-Hillbillie schauspielerisch klein, geerdet, kalt und entlleert zu reagieren, dabei öffnet sich sein Charakter Rob nicht wirklich, er bleibt seinem gegenüber versperrt. Cage hantiert nicht mit großen Gesten und wird nie mit entarteter Mimik überhäuft. "Dabei fängt Pig" als Thriller an, endet aber in einer optisch eher müden und schwer einfallslosen Arthouse-Studie, was wirklich enttäuscht, da man sich auf härtere, actionreichere Kost eingestellt hat. Das hier ist dann doch schon ziemlich PC, wenn auch immerhin für Freunde von ruhigen Filmen empfehlenswert. .