Der Ausbruch des titelgebenden isländischen Vulkans Katla bewegt viele Menschen in der ohnehin dünn besiedelten Gegend, nun endlich doch in die Hauptstadt Reykjavik zu übersiedeln. Schließlich machen der Ascheregen und die teils giftigen Ausdünstungen die ohnehin mühsame Landwirtschaft noch weniger rentabel als sie ohnehin schon ist. So bleiben am Ende nur noch eine handvoll Bewohner des kleinen Dorfes Vik übrig, die noch die Stellung halten: ein junges bäuerliches Ehepaar, eine Ärztin, eine Hotelbesitzerin und ein Polizist, der auch gleichzeitig Priester ist.
Als eines Tages eine vollkommen mit Asche bedeckte junge Frau aus dem Berg herunterspaziert, löst sie kaum Aufmerksamkeit aus - auch nicht, als sich herausstellt, daß sie vor 20 Jahren im örtlichen Hotel gearbeitet hatte. Daß die Schwedin Gunhild noch genauso wie damals aussieht, also kein bißchen gealtert ist, läßt die Polizei immerhin Nachforschungen anstellen, welche ergeben, daß die seinerzeitige Hotelangestellte heute wieder in Schweden mit ihrem Sohn lebt.
Ähnlich ergeht es auch Grima (Guðrún Ýr Eyfjörð), die mit ihrem Mann einige Kühe auf dem gemeinsamen Hof versorgt - sie hatte ihre Schwester Asa (Íris Tanja Flygenring) ein Jahr zuvor beim Vulkanausbruch verloren, als diese von einer Rettungsaktion nicht mehr zurückkehrte. Jetzt taucht sie - ebenfalls aschebedeckt - eines Tages einfach so auf, als wäre überhaupt nichts gewesen. Die Zeit seit ihrem Verschwinden kann sie nicht erklären, ist aber froh, wieder bei ihrer Schwester zu sein.
Bald taucht ein weiterer Doppelgänger, diesmal ein bei einem Unfall verstorbenes Kind, unvermutet wieder auf, kurz darauf eine jüngere Ausgabe der todkranken Frau des Polizisten. Als "Wechselbälger" bezeichnet sie die alte Hotelbesitzerin, die an Übersinnliches glaubt und behauptet, derlei habe es bei Ausbrüchen der Katla schon immer gegeben...
Die vom TV-erprobten isländischen Produzenten Baltasar Kormákur erdachte Serie Katla beginnt mit einer geheimnisvollen Fremden vor der beeindruckenden Location rund um einen Vulkan eigentlich recht vielversprechend, kommt aber nicht recht vom Fleck und versandet spätestens in der dritten von insgesamt acht Episoden zu je etwa 40 Minuten Laufzeit: ohne dem Zuseher auch nur den geringsten Anhaltspunkt zu ihrer Existenz zu liefern, tauchen immer mehr Doppel- bzw. Wiedergänger auf, deren Ankunft von den wenigen Dorfbewohnern - was noch viel befremdlicher wirkt - mehr oder weniger gleichgültig aufgenommen wird. Da kaum einer von ihnen eine emotionale Reaktion zeigt (Freude, gerührt sein, Entsetzen oder dergleichen), bleiben einem die Proponenten, die auch nicht sonderlich sympathisch gezeichnet sind, ziemlich egal, zumal sich das in der ersten Folge noch als interessant empfundene Auftauchen einer Fremden ständig wiederholt, so lange, bis es zur Masche wird.
Es dauert bis zur vorletzten Episode, bis mal etwas Schwung in die Sache kommt, doch die beiden (einzigen) Gewaltszenen der Serie (Kehle aufschlitzen und jemand ertränken) werden genauso beiläufig und emotionslos abgehandelt wie all die repetitiven, wenig interessanten Handlungen zuvor.
Der größte Hammer trifft den vergeblich auf eine Auflösung wartenden Zuschauer jedoch ganz zum Schluß, wenn eine völlig an den Haaren herbeigezogene, vulgo saublöde Begründung zur Erklärung des Phänomens der Wiedergänger herhalten muß. Eine Begründung, die an Zuschauerverarschung grenzt und inhaltlich an den Schluß der 2022er Serie 1899 erinnert, die dadurch ebenfalls komplett abstürzte. Da nützt es dann auch nicht viel, daß sich die langweilige Story vor einer beeindruckend trostlosen, aschebedeckten Kulisse abspielt (was wohl kaum mit dem isländischen Tourismusverband abgesprochen sein dürfte), in der nur ein paar verschmutzte Geländewagen herumkurven, während der Vulkan selbst kaum ins Bild gerückt wird.
Fazit: Nicht nachvollziehbar handelnde Filmcharaktäre und ewig langes Hinhalten des Publikums: die erste Folge von Katla anzuschauen genügt, danach kommen nur noch Wiederholungen bis zur schwachsinnigen 'Auflösung'. 3 Punkte.