Review

-------------------------ACHTUNG SPOILER!---------------------------

Evan's (Ahston Kutcher) Leben wird von einigen ziemlich heftigen Ereignissen geprägt. Mit sieben Jahren treten bei ihm vereinzelt Blackouts ein. Um gegen seinen Gedächtnisverlust vorzubeugen, rät ein Arzt er solle Tagebücher schreiben. Als er seinen Vater in einer Irrenanstalt besucht versucht dieser ihn umzubringen. Als er bei seiner Freundin (und großen Liebe) Kayleigh ist, dreht deren Vater einen Kinderporno mit ihnen. Jedesmal tritt bei einem solchen Ereigniss ein Blackout ein, sodass er sich nicht mehr an diese erinnern kann. Später mit ca. 15 Jahren sprengen er und seine Freunde (das Mädchen Kayleigh, ihr Bruder Tommy und Evans Freund Lenny) einen Briefkasten in die Luft, wobei, wie man später erfährt eine Mutter und ihr Kind getötet und/oder verletzt wurden. Und wieder tritt ein Blackout ein. So auch als Tommy, der nicht damit fertig wird, dass seine Schwester und Evan sich lieben, Evans Hund verbrennt.
Einige Jahre später. Im Leben der vier sieht es nicht besonders rosig aus. Lenny ist total in sich gekehrt, sitzt in seinem Zimmer, redet kaum und baut Flugzeuge, wie er es in seiner Kindheit tat. Tommy saß im Jugendgefängnis und seine Schwester Kayleigh arbeitet in einer schäbigen Autoraststätte. Evan, dessen Leben sich eigentlich ganz gut entwickelt hat (er studiert Psychologie), findet eines Tages durch Zufall seine Tagebücher. Dadurch reist er zurück in die Vergangenheit und bemerkt nach dem Trip durch eine Narbe die er sich bei der Zeitreise zufügt, dass er im Stande ist die Vergangenheit zu verändern. Auf der Suche nach weiteren Erinnerungen sucht er Kayleigh auf. Diese ist nach dem Gespräch völlig aufgelöst und bringt sich anschließend um. Als Evan das erfährt will er seinen Freunden helfen und versuchen die Zukunft zu ihren Gunsten zu ändern indem er seine Tagebücher benutzt um die besonders prägenden Ereignisse in die "richtige" Bahn zu lenken. Doch dabei geht leider auch so einiges schief.

Man merkt schnell, dass die Schlüsselszenen in denen Evan seine Blackouts hat, genau die Stellen sind, in die er später zurückreist. Doch gerade dadurch baut der Film eine enorme Spannung auf, weil man nun Szenen sieht deren Inhalt man nur erahnen konnte, da einem nur die Folgen bekannt waren. Als er im späteren Verlauf des Films seinen Vater besucht und ihn direkt auf seine Fähigkeit anspricht, versucht dieser ihn umzubringen. Die Folge in der Kindheit: Blackout. Oder als er den Böller zerstören will, der für die ganzen Probleme erst gesorgt hat, und in der Küche aufwacht", ein Messer sucht und von seiner Mutter erwischt wird. Dieselbe Szene, nur ist man nun mit dem Hintergrund vertraut, wodurch es eine ganz andere Wirkung bekommt. Dass er seit acht Jahren keine Blackouts mehr hatte liegt nur daran, dass er in diese Zeitspanne später nicht eingreift. Man gelangt wieder in dieses Paradoxon, das in vielen Zeitreisefilmen austaucht, dass Evan nämlich in seiner Kindheit schon die Blackouts hat, die er durch seine Zeitreise viele Jahre später erst hervorruft. Nach der dritten Veränderung hätte man vielleicht schon mit dem Ende des Films gerechnet. Obwohl Evan durch die Explosion des Böllers beide Arme und Beine verlor, denkt er ernsthaft darüber nach, diese Zukunft dabei zu belassen, da es seinen Freunden gut geht und er sogar hinnehmen würde, dass Lenny mit Kayleigh zusammen ist. Als er jedoch seine Mutter im Krankenhaus besucht die im Sterben liegt, weil sie mit Kettenrauchen anfing als Evan das Unglück passierte, entschließt er sich noch einmal einzugreifen. Doch noch immer begreift er nicht wor das Problem liegt, und versucht es mit der Vernichtung des Böllers zu beseitigen. Dass dabei Kayleigh schon als Kind ums Leben kommt hatte er auch nicht eingeplant. In der darauf folgenden Zukunftsversion, befindet Evan sich in einer Irrenanstalt, wie einst sein Vater. Ihm wird gesagt, dass er sich all die Ereignisse, all die Zeitreisen nur ausgedacht hat, er eine schwere Hirnkrankheit hätte und seine Tagebücher nicht existieren. Dies wäre ein ziemlich perfektes Ende gewesen, weil es so dem Zuschauer offen lässt an was er nun glaubt. Jedoch haben die Regisseure ein Hollywoodreifes Ende für das Standardpublikum drangehängt. Dies es jedoch glücklicherweise nur der einzige Makel des Films, der mit der Director's Cut Version angeblich behoben wird. Zurück zur Story: Evan erinnert sich daran, dass ihm Kayleigh in der ersten Zukunftsversion (in der er mit ihr Zusammen ist) erzählte, dass sie nur wegen ihm in der Stadt geblieben und nicht mit ihrer Mutter weggezogen ist. Also ab in die Vergangenheit, zu dem Zeitpunkt als er sie kennen lernt und
gesagt "Ich hasse dich und wenn du mir noch einmal zu nahe kommst bringe ich dich und deine ganze Familie um" (o.ä.), wodurch er Kayleigh nie wieder sieht (okay einmal). Auch dieses Zitat dürfte dem aufmerksamen Zuschauer nicht unbekannt vorkommen. Wo Evan es wohl aufgeschnappt haben mag?
Trotzdem kann man immer noch für sich selber entscheiden: Hat Evan sich all dies nur ausgedacht, auch das Hollywoodende, und schließt mit der letzten Zeitreise die Gedächtnissirrfahrt seines kranken Gehirns ab (stirbt evtl. sogar) oder konnte er wirklich seine Vergangenheit trotz der Warnung seines Vaters erfolgreich ändern? Aber dies ist jedem selbst überlassen.
Abgesehen von dem Ende, ist "Butterfly Effect" ein genialer Film, der sein Publikum mit einer fesselnden Story, schaurig-unterschwelliger Musik und einer dadurch entstehenden, extremen Spannung ordentlich bei Atem hält.

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