Die Frage "Was wäre, wenn ich in die Vergangenheit reisen könnte und Dinge dort verändern könnte?" geistert schon länger durch die Filmwelt. Bereits die "Zurück in die Zukunft - Trilogie" zeigte Ergebnisse, von Veränderungen im Zeitkontinuum. Und noch viele, mal mehr mal wenige, gute Filme sollten ihnen folgen! "The Butterfly Effect" nun schließlich, konzentriert sich mal wieder voll und ganz auf diese Thematik und macht aus der, nach wie vor, interessanten Thematik, einen Puzzle-Thriller der spannendsten, wenn auch unlogischsten Sorte.
Schon am Anfang wirft der Film eine Menge interessanter Fragen auf, die es nach und nach zu beantworten gilt. Bereits in der, etwas lang geratenen, Einführung, muss der Zuschauer sich voll konzentrieren, um ja nichts zu verpassen. Vor allem die Frage, was es mit den ganzen Blackouts des Hauptcharakters zu tun hat, beschäftigt einen durchgängig. Dadurch schafft es der Streifen schnell einen unglaublichen Reiz aufzubauen, auch ja keine Sekunde des ganzen Treibens zu verpassen.
Und sobald es mit dem Zeitreisen losgeht, drehen die Regisseure Eric Bress und J. Mackye Gruber die Spannungsschraube auf Anschlag und lassen einen Plottwist nach dem Anderen vor dem Zuschauer ablaufen, die spannender kaum sein können. "Was passiert als nächstes?" "Welchen Punkt in seinem Leben will Evan nun ändern?" Und vor allem: "Wie werden die Auswirkungen dieser Veränderungen sein?" Vorhersagbar ist das ganze Treiben wirklich zu keinem Zeitpunkt, alles kommt so, wie man es auf keinen Fall erwartet hat und somit kommt Langeweile garantiert nie auf.
Doch hier kommen wir nun zu den wenigen, aber nicht gerade marginalen, Kritikpunkten des Ganzen. So interessant diese Vorgänge auch alle sein mögen, so drastisch unlogisch sind sie zum Teil. Was als Ergebnis der einzelnen Zeitreisen herauskommt, ist manchmal doch stark an den Haaren herbeigezogen. (Achtung Spoiler) Z. Bsp. die Szene, in der Evan das Dynamit aus dem Vogelhäuschen entfernen will! Sein, eigentlich sonst so böser Kumpel, Tommy rettet eine Frau mit Baby vor der Explosion und schon wird aus dem eigentlich zukünftigen Straftäter, plötzlich ein Jesus-verehrender Schwiegermutterliebling, der keiner Fliege was zu leide tun kann. (Spoiler Ende) Schmetterlings-Effekt hin oder her, aber solch eine übertriebene Unlogik (von denen es leider mehrere gibt) müsste nun wirklich nicht sein!.
Zum anderen fehlen aber auch jedwede befriedigende Erklärungsversuche, warum Evan, durch Lesen seine Tagebücher, in die Vergangenheit reisen kann. Eine billige Erklärung auf das Erbgut seines Vaters, der ebenfalls unter dieser "Krankheit" gelitten hat, lasse ich da nicht als ausreichende Erklärung gelten! Aber nun gut, genug gemeckert!
Ansonsten gibt es nämlich weiterhin nur noch positives zu berichten. Die filmische Inszenierung des Zeitreise-Streifens ist vollkommen gelungen. Vor allem die Special Effects können sich sehen lassen. Und die Sounduntermahlung bei den einzelnen Zeitreisen, ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Vor allem in diesen Momenten, lässt sich auch eine gewisse Atmosphäre nicht absprechen!
Was die Darsteller angeht, so kann man ebenfalls zufrieden sein. Ashton Kutchers Darstellerleistung ist zwar nicht gerade Oscarreif, doch glaubwürdig ist er allemal. Amy Smart macht sich als wandlungsfähige Freundin auch nicht schlecht und Ethan Suplee, als dicker Zimmerkumpane Thumber, ist schlicht und ergreifend wuchtig! Man kann zufrieden sein!
Fazit: Spannendes und gut inszeniertes Zeitreisemovie, welches mit seinem unvorhersehbaren Storyablauf und den immer wieder überraschenden Wendungen, für Konzentration bis zum Schluss sorgen kann. Schade nur, dass das ganze Treiben so höllisch unlogisch geraten ist und die Erklärungen für Evans Gabe auch nicht gerade zufrieden stellen. Wer darüber aber hinwegsehen kann, der darf sich aber 109 Minuten lang mal so richtig überraschen lassen!
Wertung: 7,5/10 Punkte