"Butterfly Effect" schlägt in eine ähnliche Kerbe wie der weithin hochgeschätzte "Donnie Darko". Von Eric Bress und J. Mackye Gruber mit relativ bescheidenen Mitteln in Szene gesetzt, entwickelt "Butterfly Effect" eine ähnlich packende, tragische Geschichte und Atmosphäre, die den Zuschauer wie gebannt vor der Leinwand verharren lässt. Insgesamt zwar nicht ganz so intensiv und düster wie das große Vorbild, so erreicht der Film dennoch ein sehr hohes, filmisches Niveau. Großen Anteil am Gelingen haben die hervorragend gelungenen Kindheitsszenen, die teilweise ein merklich unwohles Gefühl beim Zuschauer hinterlassen. Um diese herum entwickelt sich eine typische Zeitreisestory, in der Hauptdarsteller Ashton Kutcher die Vergangenheit nachhaltig zum Guten zu verändert sucht, damit jedoch stets neue Wunden aufreisst, die schließlich zu der Erkenntnis führen, daß nur er selbst als Leidtragender anderen das ergangene Leid nehmen kann. Auch wenn das Alles reichlich bekannt wirkt, zu fesseln vermag die Story allemal: Ashton Kutcher überzeugt in einer ernsten Rolle durchaus und gemeinsam mit der ebenfalls hochklassig agierenden Amy Smart entwickelt sich ein tragisch-schönes Drama um Schuld, Liebe ohne Zukunft und Selbstopfer, das zwar nie sonderich tiefgründig daherkommt und auch in Sachen Logik und Dynamik nicht ganz ausgereift erscheint, es aber dennoch fertig bringt, seine Gefühlswelt voll und ganz auf den Zuschauer zu übertragen. Im Gegensatz zu "Donnie Darko" stehen dabei unheimliche Schauer-Einlagen, dort symbolisiert durch die Figur Franks, nicht auf dem Programm. "Butterfly" verzichtet auf das übernatürliche Gruselelement und lässt stattdessen die Kindheitsszenen für lebensnahen Horror sorgen. Eine durchaus gelungene Abgrenzung gegenüber besagtem Genreprimus, die Wirkung zeigt...
Technisch erstklassig umgesetzt und gespielt bleibt dem "Butterfly Effect" eine noch bessere Wertung nur aufgrund seiner kleinen Schwächen in Sachen Logik (freilich relativ, da zumindest teilweise unvermeidbar beim Zeitreisethema) und im Bereich des filmischen Rythmus versagt. Waren die Gefängnisszenen wirklich notwendig? Wäre es nicht sinnvoller gewesen, den Fokus stattdessen noch stärker auf die Beziehungen der Charaktere zu lenken und stattdessen den Zeitreiseaspekt ein wenig zurückzufahren?
Wie dem auch sei, unterm Strich bleibt ein Film, der all Jenen gefallen dürfte, denen schon "Donnie Darko" Aufschreie der Entzückung entlockt hat. Zwar letztenendes nicht ganz so resolut und düster wie das meisterliche Vorbild, zu sehr guten 8 Punkten reicht es aber allemal. Und ja, mir gefiel das Pseudo-Happyend, es muss schließlich nicht immer auf ein selbstzerstörerisches Abdanken hinauslaufen!