An Michael Crichton Roman-Verfilmungen werden scheinbar nur die namhaftesten Regisseure Hollywoods herangelassen. So verfilmte Steven Spielberg einen Crichton-Roman unter dem Titel „Jurassic Park“ und Jan de Bont („Speed“) „Twister“. Diese Adaptionen (um nur zwei zu nennen) waren nahezu genial. Es gibt auch nur gute Crichton-Adaptionen für die große Leinwand wie „Der 13te Krieger“ von „Stirb langsam“ -Regisseur John McTiernan und „Sphere“ von „Rain Man“ –Regisseur Barry Levinson. Es bleibt noch die Kategorie der mäßigen Crichton-Romanverfilmungen wie „Congo“ und leider auch „Timeline“: Der Film vom „Lephal Weapon“-Regisseur Richard Donner enttäuscht.
Die Story um eine Gruppe von Historikern, die in der Zeit zurückreisen, um einen Professor zu suchen ist eher simpel gestrickt. So entbehrt der Film auch jeder Logik, wenn eine Explosion die Zeitreisemaschine in Schutt und Asche legt, um die Dramatik zu steigern und dem Film noch etwas Substanz zu geben. Solche dramaturgischen Banalitäten müssen also für einen viel versprechenden Stoff herhalten, danke auch. Natürlich müssen sich die Helden mit einem Krieg zwischen Engländern und Franzosen herumschlagen, um die Suche nach dem Professor noch zu erschweren.
Die Kostüme des Films sind akzeptabel, ebenso wie die Ausstattung und die (eher wenigen) groß angelegten Actionszenen. Was den Film so schlecht macht, ist die Anmaßung des Films, er sei dermaßen originell, dass Löcher in der Story nicht auffallen würden. Das stimmt natürlich nicht.
Der Film verhält sich so, als sei „Die Zeitmaschine“ mit Rod Taylor (von 1960) erst gestern gedreht wurden, was man allerdings auch der Romanvorlage vorwerfen kann. So wirkt die Story altbacken, platt und entbehrt – das größte Manko des Films – jeglicher Ironie oder sonstigen Anflügen von Humor. Man glaubt es kaum: der Film ist gänzlich ernst gemeint, was unfreiwillig komisch wirkt und somit ist der ganze Film nur ein einziger Witz.
Die Darsteller bleiben durch die Bank blass, auch wenn Paul Walker („2 Fast 2 Furios“) als schönes Gesicht mitspielt, was der Film auch braucht, denn sonst wirkt ja alles grau in grau. Immerhin ist die Story einigermaßen spannend und kurzweilig, wozu die großangelegte Schlacht-Szenerie beiträgt und die obligatorische Love-Story.
Es bleibt ein durchschnittlicher, routiniert inszenierter Hollywoodfilm mit guten Actionszenen, aber leider ohne (die angebrachte) Selbstironie, die so ein Plot gebraucht hätte um einigermaßen erfrischend rüber zu kommen. Der Film hebt sich in keinster Weise vom Hollywood-Einheitsbrei ab, obwohl hier ein Crichton-Roman verfilmt wurde.
Daher 5 von 10 Punkten.