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Man soll ja die Unken nicht rufen, aber hier verschwendete Meister Olsen Meter um Meter Zelluloid, ohne damit wirklich einen Eindruck hinterlassen zu können. Mal von einigen barbusigen Darstellerinnen abgesehen, rufen sich hier die bekannten Leichtgewichte deutschen 60er Jahre Humors die Stichwörter zu. Zwischen seinen St. Pauli- "Verfehlungen" und nach DAS RASTHAUS drehte Rolf Olsen diese jugendfreie Verwechslungsklamotte, mit Betonung auf Jugendfrei. Und immerhin sind neben der gut gebauten Monika Lundi (EIN TOTER TAUCHER NIMMT KEIN GOLD) - die in den 70ern Burkhard Driest wegen Vergewaltigung anzeigte -, einige recht attraktive Mädchen dabei. Die Dänin Ann Smyrner, (welche eine äußerst interessante Filmographie vorweisen kann: 'Kommisssar X', 'Insel der Amazonen', 'Die schwarze Kobra' und sogar 'Kreuzfahrt des Grauens') und Helga Lehner, waren bereits in der Harry Alan Towers/Constantin Produktion IN BEIRUT SIND DIE NÄCHTE LANG Partnerinnen. Ehrlich gesagt habe ich dieses Werk auch nur durch gestanden, weil ich einmal Ann Smyrner oben ohne sehen wollte. Der Titel lässt zwar auf so etwas wie einen im Nachtleben handelnden Erotikfilm vermuten, die meiste Zeit verbringt der Zuschauer jedoch im altdeutsch eingerichteten Wohnzimmer der Familie Adler. Und wie in jeder richtigen Klamotte üblich, versucht auch hier Eddi Arent (Herr Adler) einen ausschweifenden Abend mit einer flüchtigen Bekanntschaft vor seiner Frau zu verheimlichen. Der Humor den die Drehbuchautoren Geza v. Cziffra und Armin Jörgen dabei ins Buch schrieben, beschränkt sich auf unerträglich platte und ebenso unwitzige Eifersuchtsanfälle der Gattin. Genaugenommen setzt der Film sogar neue Standards, was die Belastung der Geduld des Zuschauers betrifft. Außerdem heißt die Nichte des Hauses zwar Monique, ist aber sonst ein sehr ordentliches Mädchen, das Medizin studiert. Monique und Fritz Wepper sind zwar ein wirklich hübsches Paar, dessen gemeinsame Szenen schon fast so etwas wie Niveau erahnen lassen, aber das Monique im „Blow- Up“ (durch das auch Olsen noch einmal stolpert) als Sängerin arbeitet, muß natürlich auch ein Geheimnis bleiben. Die diesmal nicht zündende Magie Olsens, liegt wahrscheinlich schlicht an der Tatsache, dass der Österreicher am Drehbuch nicht beteiligt war. Wie auch immer, dieser Streifen ist nicht mit den Gangsterfilmen Olsens zu vergleichen und deshalb kaum zu ertragen. Ich wünschte mir die ganze Zeit Peter Bach herbei, der wild keifend einige MG- Salven auf die Anwesenden abfeuert. Aber Schwabing ist halt nicht St. Pauli. sergio garrone

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