Review

Mit "Das Tödliche Wespennest" inszenierte Regisseur Florent Emilio Siri (Hostage) ein knallhartes französisches Remake des John Carpenter-Streifens "Assault - Anschlag bei Nacht". Hier wird eindrucksvoll gezeigt, dass das europäische Kino auch Action-Werke hervorzaubern kann, die genauso gut oder sogar besser sind als ihre amerikanischen Kollegen.

Es soll alles ganz schnell gehen: Santino (Benoit Magimel) und Nasser (Samy Naceri) und ihre Gang steigen bei einer Computerfabrik ein, räumen das Lager leer und verschwinden sofort. Toller Plan - leider kommt ihnen eine von Laborie (Nadia Fares) angeführte Spezialeinheit der französischen Armee in die Quere. Die Soldaten verschanzen sich auf der Flucht vor der albanischen Mafia ausgerechnet in der Fabrikhalle. Draußen beziehen die dank Maskierung gesichtslosen Mafia-Killer Position - sie wollen ihren Boss aus der Gewalt der Soldaten befreien...

"Taxi"-Star Samy Naceri (Leon - Der Profi) macht hier einen guten Job, obwohl sein Charakter recht schnell außer Gefecht gesetzt wird und er darum, außer rumliegen, kaum was zu tun hat. Als Kopf der Einbrecher-Gang zeichnet sich darum auch eher Benoit Magimel (Die Pupurnen Flüsse 2 - Die Engel der Apokalypse) ab, der seinen Part ordentlich rüber bringen kann. Als knallharte Elitesoldatin kann man hier dann noch Nadia Fares (Die Purpurnen Flüsse) erleben, die in Kampfuniform und stets mit 'ner fetten Wumme in der Hand eine gute Figur macht. Der Rest spielt ebenfalls recht passabel.

Florent Emilio Siri setzt in diesem Remake auf gute Darsteller, Spannung, blutige Shoot-Outs und Feuereinsatz. Diese Elemente behielt er dann auch in seinem US-Debüt "Hostage - Entführt" bei, wobei er dort das Element Feuer effektiver einsetzt. Waffentechnisch bekommt man hier von dem Karabiner über die Schrotflinte bishin zum FAMAS-Gewehr einiges geboten. Dementsprechend gibt es dann blutige Schießereien und brachiale Fights zu bewundern. Doch Siri ist auch ein Meister der adrenalintreibenden Spannung, mit der er hier jedoch noch nicht so gekonnt umgeht wie in "Hostage", da hier einige Längen etwas ermüden. Allerdings findet Siri mit der Optik sowie dem Kamereinsatz schon hier seinen eigenen Stil. Das macht ihn zwar noch nicht zu einem John Woo oder John McTiernan, doch ist der Mann eine Hoffnung auf zukünftige Action-Ware der Extraklasse, die sich vom Hollywood-Action-Einheitsbrei abhebt.

Bestimmt wäre John Carpenter mit diesem Remake zufrieden. Was er von dem aktuellen US-Remake mit Ethan Hawke seines Werkes hält, weiß ich nicht, da ich es auch noch selber nicht gesehen habe. Doch wird das amerikanische Remake trotz der Action nicht so stilvoll umgesetzt worden sein, wie das Siri mit seinem Wespennest getan hat. Aber man kann sich ja auch täuschen...

Im Endeffekt ist "Das Tödliche Wespennest" ein ordentlicher Action-Thriller, der sich hinter amerikanischen Kollegen wie "Alarmstufe: Rot 2" oder "Con Air" nicht zu verstecken braucht.

Details
Ähnliche Filme