Review

Mittel(mäßiges)alter


„Fear Street: 1666“ schließt die aufgeblasene Trilogie auf Netflix dieses Wochenende ab. Und leider muss ich sagen: zum Glück. Ich bin froh, dass es vorbei ist. Musste mich gerade hierbei hintenraus doch gehörig durchquälen… Im dritten Teil des blutigen Tripletts sehen wir (zumindest in der ersten Hälfte) die Anfänge der „Fier“-Legende und warum seit dem siebzehnten Jahrhundert die Gemeinde Shadyside von bestialischen Mordserien heimgesucht wird…

Während die beiden ersten Puzzlestücke zumindest noch mit Retroflair (90er + 70er) überzeugen konnten, geht „Fear Street“ in die „Frühe Neuzeit“ und endgültig ziemlich vor die Binsen. Aus der kompletten fast sechsstündigen (!) Trilogie hätte ein fähiger Regisseur ein sehr solides 140-Minuten-Teen-Horror-Epos a la „Es“ machen können - so ist es eine Art aufgedunsene Miniserie und Filmreihe, die arg die Nerven strapaziert. Erst recht von „alten Hasen“. Und „Part III“ ist vor allem in seiner langen „Rückblende“ bzw. seinen ersten zwei Dritteln mit Abstand das schwächste Teilstück. Blass. Zäh. Düster. Belanglos. Nur eine normale Rückblende wert. Keinen fast ganzen Film. Die neuen Figuren (auch wenn von den bekannten Gesichtern verkörpert) gehen einem noch zügiger am Sitzfleisch vorbei wie ihre Vorgänger, dieses Mal wird auch nicht allzu viel gesplattert, alles wirkt steril, glatt und egal. Nicht der Rede wert. Langgezogen und breitgetreten. Eingeschlafene Füße. Danach wird dann die Geschichte in den 90ern aufgelöst und zu Ende geführt - aber auch das hat bei mir nur noch ein zaghaftes Achselzucken ausgelöst und kann sich kaum würdigen Showdown nennen. Diese drei Filme hätte ich mir irgendwie sparen können. Und ich hoffe ein paar der Leser tun genau das. Erst recht die, die sich ein famoses, rettendes Finale gewünscht hatten. Da geht’s nur noch abwärts. Insgesamt Halloween-Futter für die U15er-Fraktion. Im besten Fall nett. Schocken nach Zahlen. Epochenspringen zwischen pubertärer Schlachtplatte, neonleuchtendem Comic und massiver Banalität. Wäre wohl gerne „Strangers Things“ meets „American Horror Story“. Ist aber eher Schultoilette, Shoppingcenter und Hommageverheizung. 

Fear Street: 1994 - 5/10
Fear Street: 1978 - 4,5/10
Fear Street: 1666 - 4/10

Fazit: das spätfeudale Setting passt kaum zum Stil und Rest der Trilogie. Und hier fallen die schauspielerischen, geschichtlichen und klischeehaften Schwächen der Reihe noch mehr auf als bei den immerhin stylischen Parts vorher. Daher ist „1666“ eine Art lächerlicher „The VVitch“-Versuch der Netflixgeneration und kein guter Abschluss eines ohnehin suboptimalen Trios. Nicht stark angefangen und stark nachgelassen. Sollte nicht das Ziel sein. 

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