Review

„Swimming Pool“ ist eine Art Möchtegernthriller, der aber leider kaum wirklich Höhepunkte hat.


Aufgrund einer Schreibblockade reist die Engländerin Sarah Morton (Charlotte Rampling) nach Frankreich ins Haus ihres Verlegers John Bosload. Sarah lässt es sich vor Ort gut gehen. Sie genießt die Ruhe, die ihr das Haus bietet, geht in kleinen Bistros essen und langsam kommen ihr wieder neue Ideen für ihr Buch.
Doch die Ruhe ist vorbei, als plötzlich Bosloades Tochter Julie (Ludivine Sagnier) vor der Tür steht. Es dauert nicht lange, bis Sarah von Julie genug hat, die nicht nur laut ist, sondern fast jeden Abend einen neuen Typen mit nach Hause bringt und deren Aktivitäten bis in Sarahs Zimmer zu hören sind. Nach anfänglicher Skepsis beginnt Sarah sich für Julie zu interessieren...


Zu Begin fragt man sich, in welche Richtung der Film sich wohl entwickeln wird. Die beiden Hauptdarsteller können mal gar nicht leiden, zicken sich gegenseitig an und könnten verschiedener nicht sein. Die schon etwas in die Jahre gekommene Schriftstellerin will einfach nur ihre Ruhe, auf der anderen Seite die junge Julie, welcher ausgeflippter nicht sein könnte, gerade im sexuellen Bereich kennt sie kein wenn und aber.

Darauf beschränkt sich der Film auch zu gut zwei Dritteln, das Duell von Sarah gegen Julie. Erst langsam tauen sie auf und Sarah beginnt sich mehr für den Lebensstil von Julie zu interessieren und ist schließlich auch dabei, wenn es darum geht Alkohol zu trinken oder gar etwas zu rauchen. Erst gegen Ende kommt eine Art Thrilleratmosphäre auf, wenn auch wirklich mal was passiert, aber wird diese Idee nicht konsequent durchgezogen und das Ende gibt einem eh sehr viel Interpretationsspielräume.
Warum sollte man sich „Swimming Pool“ dann überhaupt ansehen? Kurioserweise war der Film nicht mal langweilig, auch wenn man es zunächst meinen könnte. Das Duell der beiden Protagonistinnen ist recht amüsant. Hinzu kommt natürlich Ludivine Sagnier selber. Schon gerade deshalb wird der Film für das männliche Publikum interessant sein, denn besagte Sagnier sieht man nicht nur einmal nackt. Man muss es einfach zugeben, die Frau hat einen wahnsinnigen Körper und es ist ein Genuss, sie in diversen Bikinis oder unbekleidet zu sehen. Hinzu kommen diverse Szenen mit Sagnier, wie sie Spaß mit den Männern hat. Aus männlicher Sicht hat es sich daher schon gelohnt.

Trotzdem werden hier gewisse Elemente verschenkt, wo man sich später fragt, warum wurden gewisse Elemente nicht weiter ausgereizt, um den Film noch spannender zu machen. Dies wird wohl das Geheimnis von Regisseur Ozon bleiben. Aber ein gewisses Gespühr für Kameraarbeit kann man Ozon nicht absprechen. Es gibt einige überzeugende Bilder und Einstellungen, insbesondere die Bilder am Pool. Wir sehen quasi eine 1:1 Kopie, erst Julie, dann die selbe Szene mit Sarah.


Fazit: „Swimming Pool“ ist ein netter Film, den man ruhig zwischendurch mal schauen kann und die Männerwelt wird eh zufrieden sein, dank Ludivine Sagnier. Sonst wird etwas zu wenig geboten, ein richtiges Thrillergefühl entsteht nur ganz kurz. Kein schlechter Film, aber auch kein Knaller, guter Durchschnitt eben.

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