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Wie es sich für eine konsequente Mockbuster-Schmiede gehört, mussten Asylum natürlich auch ein billiges Plagiat zu Disneys „Jungle Cruise“ auf die Beine stellen. Bezeichnend: Im Original strahlt ein Dwayne Johnson mit den exotischen Erscheinungen um die Wette, hier muss ein heruntergekommen wirkender Richard Grieco herhalten, dem noch nicht einmal die Rolle des Helden zuteil wird.

Seit dem Verschwinden ihres Vaters (Grieco) haben sich seine Tochter Amanda und Sohn Scott auf eine Expedition rund um den Amazonas begeben. Begleitet von vier weiteren Personen durchkämmen sie die Gegend, bis sie auf ein Artefakt aufmerksam werden, welches sich Herz des Dschungels nennt und zerstört werden muss. Doch wo sollen sie bei ihrer Suche ansetzen?...

Das Grundgerüst der Story ist natürlich am Original angelehnt, der Rest besteht aus willkürlich eingestreuten Gefahren, welche recht lange auf sich warten lassen. Leider hat man es ausschließlich mit Unsympathen zu tun, die entweder grollen, zicken oder unkooperativ agieren, wodurch ein Mitfiebern wegfällt. Mithilfe einiger gelungener Luftaufnahmen kommt das Setting einigermaßen glaubhaft rüber, während der Innenbau des Dschungels oft an eine Studiokulisse erinnert, zumal unübersehbare Wasserfälle auftauchen, um im nächsten Moment aus der Kulisse zu verschwinden.

Stattdessen essen Piranhas nicht etwa die Crew sondern deren Kutter und bunte Pfeilfrösche präsentieren sich so auffällig, dass sie selbst ein Blinder nicht übersehen könnte. Indes fallen Sätze wie „Wir gehören nicht hierher, - ich will nach Hause“ oder „Der Amazonas…macht einen verrückt“, was essentiell dazu beiträgt, die ohnehin schon kaum vorhandene Geschichte auf der Stelle dödeln zu lassen. Das ist kein „Jungle Run“, das ist ein Dschungel Spaziergang.

Da mag der Score noch so antreiben, wenn es schlicht an Tempo und Action fehlt und Bedrohungen viel zu selten eingestreut werden. Zwei Riesenspinnen sehen arg glatt poliert aus, während der Kampf gegen eine Riesenschlange bereits in den 50ern von Ray Harryhausen zehn Mal besser umgesetzt wurde. Zuletzt taucht noch ein Echsenmonster mit Feuerhaupt auf, welches wohl den Curupira, den Kern der Bedrohung verkörpern soll. Zur Konfrontation hat dann aber wohl die Kohle nicht mehr gereicht.

Zuweilen gelingt der Plagiatsschmiede ein annehmbares Trostpflaster mit geringem Aufwand und einigem Charme, was hier allerdings gänzlich fehlt. Die Mimen performen nahezu durch die Bank schwach, allen voran Grieco als passiver Forscher, der sich ab und an einen leuchtenden Stein ansieht, während die übrigen Figuren durchs Grün stapfen und zu selten einer Gefahr ausgesetzt sind. Zu wenig Tempo, kaum Action, - indiskutabel.
3 von 10

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