iHaveCNit: Titane (2021) – Julia Docournau - Koch Films
Deutscher Kinostart: 07.10.2021
gesehen am 08.10.2021
Arthouse-Kinos Frankfurt – Kleine Harmonie – Reihe 1, Sitz 9 – 18:15 Uhr
Angetrieben von einem interessanten Trailer und einer interessanten Filmidee habe ich mir den aktuellen Gewinner der Goldenen Palme der internationalen Filmfestspiele von Cannes angesehen. Julia Docournaus „Titane“ ist ein interessanter und überraschender Genremix geworden.
Alexia hat seit Ihrer Kindheit nach einem Autounfall eine Titanplatte im Kopf und ein interessantes Verhältnis zu Autos. Zu Menschen findet sie kein Vertrauen, so dass sich ihr Verhältnis zu Menschen als tödlich bezeichnet werden könnte. Als sie jedoch aufgrund dessen flüchten und untertauchen muss, steht sie dem einsamen, trauernden Vincent und vielen weiteren Herausforderungen gegenüber.
„Titane“ ist richtig stylish inszeniert worden und erinnert mich von seinem Stil an Werke von Nicolas Winding Refn. Bei dem Film möchte ich mich auch ein wenig kürzer halten, da das Erlebnis dieses Films, sofern man sich darauf einlässt viele überraschenden und unerwartete Dinge zu bieten hat. Zu bieten hat der Film nicht nur großartiges Schauspiel der Schauspieler*in Agathe Rousselle, die als Alexia eine Tour de Force abliefert und von Schauspieler Vincent Lindon, dessen Vincent ein sehr interessanter Charakter ist. Darüber hinaus bietet der Film die Mischung aus Horrorelementen eines Slashers und Bodyhorror sowie ein interessant herausgearbeitetes Familiendrama. Auch setzt sich der Film mit Weiblichkeit, Männlichkeit und genderfluiden Grenzen auseinander und kann dahingehend auch als politisches Statement verstanden werden. Insgesamt hat mich das Erlebnis des Films gepackt und überrascht – und auch daran erinnert, dass ich mir auch mal Docournaus vorheriges Werk „Raw“ ansehen sollte.
„Titane“ - My First Look – 9/10 Punkte.
Kleiner sprachlicher Disclaimer: Da sich Agathe Rousselle als nichtbinär identifiziert, wurden alle Bezeichnungen in Bezug auf Agathe Rousselle gegendert.