Ein Kinokraftwerk
Pferdestärken und Pferdeschwänze,
dieser Brecher von Film pfeift auf manche Grenze.
Menschmaschine und Motorliebhaberin,
es kommt nicht oft vor, dass ich derart am Grinsen bin.
Zwischen „Crash“ und „Drive“,
stellt sich Ducournaus neuester Streich wundervoll auf's Mainstreamabstellgleis.
Sehr menschlich und metallisch zugleich,
ist dieses dichte Drama an Genderfragen reich.
Vielschichtig ist hier der Lack noch lange nicht ab,
diese Tetsua, die eiserne Frau, hält euch noch lange auf Trab.
Zwischen eiskaltem Slasher und emotionaler Familienfindung,
fehlt einem zuerst vielleicht zur Protagonistin etwas die Bindung.
Doch im Laufe des Films merkt man, wie es um einen geschieht,
selbst wenn man die ein oder andere Person aus dem Kino fliehen sieht.
Zwischen Auspuff und Kolben, zwischen Titanplatte und Windschutzscheibe,
ich mich gerne an diesem Kunstwerk geil und gierig aufreibe.
Aufopferungsvolle Dame, schmerzhafter Körperterror,
dass dieses Ölbaby auf den Magen schlagen kann ist kein Error.
Die Linien zwischen Mann und Frau, Mensch und Maschine, werden gesprengt,
selbst wenn sich der Film dafür manchmal ein wenig geschichtlich und glaubhaft verrennt.
Die Regisseurin bestätigt jedoch eindrucksvoll nach „Raw“ ihre massive Ambition,
eine super Bewertung und einer der Jahresbesten ist dafür mein Lohn.
Egal ob Kult-, Skandal- oder Arthouse-Perle,
ein Versuch zu reizen und anzustoßen, vor allem wohl für echte Kerle.
Fazit: gefahren, gecrasht, gefickt, gewandelt, geboren - „Titane“ ist sprengendes und spannendes Grenzkino zwischen Öl, Schweiß, Blut und Tränen. Immer noch roh!