Allzu untold ist es nicht, was der britische Autor und Regisseur Steve Lawson hinsichtlich der Theorien um Jack the Ripper vom Stapel lässt. Denn seit den Morden von Whitechapel sind doch einige Jahrzehnte und einige Errungenschaften in Sachen Forensik ins Land gezogen, wogegen Lawsons Kreis der Verdächtigen arg überschaubar bleibt.
London 1888: Inspektor Rees ist mit dem bestialischen Mord an einer Prostituierten beschäftigt und wundert sich, dass Reporter Stubb bei einem weiteren Mord bereits am Tatort ist und explizite Informationen über den Zustand der Leiche parat hält. Aber auch der zuständige Gerichtsmediziner Locque scheint nicht nur ein Problem mit Alkohol zu haben…
Das geringe Budget ist der Independent-Produktion sogleich anzusehen. Nur wenige, spärlich ausgestattete Außenaufnahmen zeugen von einem viktorianischen London, - es gibt keine Statisten und somit auch kein wirkliches Leben in der Metropole. Stattdessen konzentriert sich die Erzählung auf wiederkehrende Räumlichkeiten wie die Flure eines Freudenhauses, ein Verhörraum und die Pathologie. Rasch kristallisiert sich der Charakter eines Theaterstückes heraus, was die überwiegend statische Kamera noch verstärkt.
Kleidung und Requisiten fallen zwar zweckdienlich aus und durch die Verwendung von Kerzen und Gaslicht entsteht ein leichter Gelbstich, der die Sets in ein angemessenes Licht taucht, doch das Rätselraten um den Ripper erfolgt mit wenig Suspense und bleibt über weite Strecken unspektakulär. Im ersten Drittel gibt es zwar einige Leichen zu sehen und eine Obduktion wird kurz angedeutet, doch ein aktiver Mord fällt ebenfalls in den Bereich der zu aufwändigen Inszenierung. Folglich fällt die Geschichte recht dialoglastig aus, was angesichts der nicht mehr als durchschnittlichen Darstellerleistungen nur bedingt unterhält.
Mit den historischen Fakten nimmt es der Stoff überdies nicht sonderlich genau. Hier sterben die Opfer nicht über einen Zeitraum von mehreren Wochen, sondern innerhalb aufeinander folgender Tage und auch Namen und Tatorte sind verwässert worden. Obgleich der Kreis der Verdächtigen mit drei, vier Individuen überschaubar bleibt, ist zumindest ein Mitraten auf Sparflamme gegeben, wobei der finale Twist nicht wirklich aus den Socken haut.
Es bleibt eine in allen Belangen minimalistische Darbietung, die wohl nur eingefleischten Fans der Thematik ein wenig Interesse abringen dürfte. Hierzu passt der willkürliche Einsatz von ruhigen Melodien aus dem Fundus genauso wie die insgesamt behäbige Inszenierung, die über den Austausch verbaler Konfrontationen nicht hinauskommt.
3,5 von 10