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James Caviezel spielt einen jungen Polizisten, der mit einem alten Funkgerät mit jemandem aus der Vergangenheit Kontakt aufnimmt. Schließlich stellt er fest, dass es sich dabei um seinen eigenen Vater, gespielt von Dennis Quaid, handelt, der als Feuerwehrmann arbeitete und bei einem Brand starb. Caviezel kann seinen Vater so früh genug warnen und verhindert dessen Tod. Was die beiden nicht ahnen ist, dass sie durch ihr Eingreifen in die Vergangenheit einem Killer das Leben retten, der später Quaids Frau ermordet. Die beiden sind gezwungen den Mörder in Vergangenheit und Gegenwart zu jagen.

Prinzipiell ist es immer so, dass ein paar Kritiker und Zuschauer an diversen, noch so genialen Psycho-, Fantasy-, Mystery-, Sci-fi- und Horror-Thrillern etwas auszusetzen haben, egal ob sie dabei logische Lücken angreifen, wie bei "Butterfly Effect" oder ob sie der Auffassung sind, dass der Unterhaltungswert zu gering ist, wie bei "Memento" und so konnte es auch der, an und für sich überaus beachtliche Sci-fi-Thriller "Frequency" vielen nicht recht machen. Allein bei der Thematik können kleinere logische Lücken unmöglich verhindert werden, zumal der Schmetterlingseffekt, den die beiden bei ihrem Eingreifen in das Raum-Zeit-Gefüge auslösen unmöglich komplett dargestellt werden kann und so ist es durchaus gerechtfertigt, sich nur auf die eine Mordserie und auf einen Killer zu konzentrieren. Die Begründung, dass die beiden wegen eines seltenen atmosphärischen Phänomens miteinander Kontakt aufnehmen können ist sicherlich ein bisschen unzureichend, aber man sollte sich dann doch öfters wach rufen, dass es sich eigentlich um ein Familiendrama und um einen Sci-fi-Thriller handelt und nicht um eine Dokumentation oder ein weltbewegendes physikalisch korrektes Meisterwerk. Wenn man sich also nicht an jeder Kleinigkeit aufhält kann einen die Story voll und ganz überzeugen, hat einige unvorhersehbare Wendungen und ist von der Grundidee an originell und innovativ und liegt damit jenseits der Stereotypen. Die Charakterkonstruktion ist ordentlich und die Vater-Sohn-Beziehung relativ vielschichtig und damit ist die Story meiner Meinung nach eine der besten des Kino-Jahres 2000, da sie den schmalen Grat zwischen Sci-fi-Thriller und "Familiendrama" gemeistert bekommt.

Gregory Hoblit, lieferte mit "Dämon - Trau keiner Seele" und dem starken Psycho-Thriller "Zwielicht" bereits zwei ähnliche Filme und man merkt bei der rundum gelungenen Inszenierung, dass er mittlerweile viel Erfahrung gesammelt hat. Am Anfang lässt er sich viel Zeit und drückt bei dem Wiedersehen (oder mehr Wiederhören) von Vater und Sohn ein bisschen auf die Tränendrüse, beginnt dann aber ziemlich schnell damit, den Film in einen gelungenen Thriller umschwenken zu lassen. Dabei lässt er sich anfangs Zeit und baut erst einmal eine recht gespannte Atmosphäre auf, indem er auf gespannte Musik und auf ein paar gezielte Ton-Effekte setzt. Dann beschleunigt er sein Tempo immer weiter, baut dabei permanent Spannung und Dramatik auf, bis im Finale keine Sequenz länger als 2-3 Sekunden hält und der Film unheimlich fesselnd wird. Dann inszeniert er auch das Ende gekonnt, baut mit ein bisschen gefühlsbetonter Musik ein Wohlgefühl auf und schließt den alles in allem überaus unterhaltsamen Film ab. Nachdem Hoblit mit "Das Tribunal" einen Ausflug ins Kriegs-Genre unternahm inszenierte er später mit "Das perfekte Verbrechen" und "Untraceable" zwei weitere, relativ innovative Thriller.

Da der Film über weite Strecken darin besteht, dass die beiden Hauptdarsteller in ein Funkgerät sprechen, wird diesen natürlich viel Raum im Film eingestanden und die beiden machen auf jeden Fall etwas daraus. Dennis Quaid, der im Laufe seiner Karriere eigentlich immer gut spielte, aber nie wirklich perfekt und vor allem mit "Dragonheart", "The Day after Tomorrow" und "Der Stoff aus dem Helden sind" in Erscheinung treten konnte, spielt überzeugend und macht sich als besorgter Vater und Ehemann, der die Fehler seines Eingreifens in das Raum-Zeit-Gefüge ausbügeln will sehr gut. Mit seiner überaus sympathischen Art passt er gut in die Rolle und kann sowohl in den Gesprächen mit seinem Sohn aus der Zukunft, als auch in den ernsten Momenten voll und ganz überzeugen. Nach seinem endgültigen Durchbruch mit "der schmale Grat" und "Die Akte Jane" zeigt sich James Caviezel ebenfalls überzeugend und kann wie Quaid in emotionalen und ernsten Momenten gleichermaßen überzeugen. Die beiden harmonieren sehr gut, auch wenn sie so gut wie gar keine gemeinsamen Szenen haben und auch der übrige Cast, in dem mir vor allem Andre Braugher als Polizist sehr gut gefällt, kann sich sehen lassen.

Fazit:
Mit zwei guten Hauptdarstellern, einem hohen Spannungsbogen, einer originellen und innovativen Story und einem irren Tempo präsentiert Thriller-Experte Gregory Hoblit einen starken Sci-fi-Thriller, der neben ein paar kleineren, zu vernachlässigenden Ungereimtheiten keine Schwächen hat.

94%

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