Review

„Frequency“ ist ein kleiner, aber recht spannender Zeitreisethriller, der überraschend wenig Beachtung fand.
1969: Frank Sullivan (Dennis Quaid) ist Feuerwehrmann aus Queens, der mit seiner Frau Julia (Elizabeth Mitchell) und seinem Sohn John (Daniel Henson) ein glückliches Leben führt. Dennoch ist der passionierte Baseballfan bei jedem Einsatz mit Leib und Seele dabei und stürzt sich todesmutig in die Flammenhölle, wie schon die Anfangssequenz zeigt, wo er eingesperrte Arbeiter vor dem Feuertod rettet. Ist zwar in erster Linie nur dazu da, um etwas Action in den Film zu bringen, ist aber auch nett anzuschauen, weshalb dies kein wirklicher Kritikpunkt ist.
1999: John (James Caviezel) ist inzwischen erwachsen und Polizist statt Feuerwehrmann geworden. Sein Vater fand 1969 bei einem Brand den Tod. Eines Abends sind am Himmel wieder besondere Sternenlichter zu sehen, die man das letzte Mal kurz vor Franks Tod sah. Als John das alte Funkgerät seines Vaters anschließt kann er mit diesem sprechen – und zwar mit Frank im Jahre 1969. Die Erklärung mit den Sternenlichtern für das Zeitreisephänomen ist zwar nicht hundertprozentig glaubwürdig, aber für einen phantastischen Film auf jeden Fall in Ordnung.

Anfangs merken Frank und John nicht, dass sie aus verschiedenen Zeiten miteinander sprechen, danach wollen sie es erst nicht glauben. Doch dann können sie durch Beweise die Lage klären und glauben an das Phänomen. So kann John auch seinen Vater warnen, worauf dieser nicht im Jahre 1969 umkommt – doch damit ändert sich auch die sonstige Geschichte grundlegend...
Zwar hat auch „Frequency“ mit den üblichen Paradoxen zu kämpfen, die bei Zeitreisefilmen auftreten (selbst bei Klassikern wie der „Terminator“-Saga oder den „Zurück in die Zukunft“-Filmen), kann aber viele Klippen überraschend gekonnt umschiffen. Vor allem die Erklärung, dass sich John bei einer veränderten Realität trotzdem noch an die andere Variante erinnern kann, räumt viele Logikprobleme aus, so dass der Film ziemlich glaubwürdig herüberkommt.
Die Geschichte von „Frequency“ ist trotz einiger weniger, recht kurzer Actionszenen eine ziemlich ruhige. Erst gegen Ende wird das Tempo angezogen, was aber nicht schlecht ist. In der zweiten Hälfte wandelt sich der Film zudem in einen Thriller, da die veränderte Realität bald auch Konsequenzen in einer Mordserie von 1969 hat. So steigt auch erst in der zweiten Hälfte die Spannung auf ein höheres Maß. Die erste Hälfte ist deshalb zwar nicht langweilig, aber recht unspektakulär und konzentriert sich mehr auf die Entwicklung der Charaktere, was sogar etwas Dramatik in den Film bringt, wenn auch nicht allzu tiefgründig.

Die Ermittlungen in beiden Zeitebenen, welche die zweite Filmhälfte dominieren, konzentrieren sich hingegen voll auf die Handlung und lassen dafür die bereits etablierten Charaktere im Hintergrund, damit mehr Spannung aufgebaut wird. Hier liegt auch der Knackpunkt, welcher „Frequency“ zu einem „nur“ guten Filmen macht: Die erste Hälfte ist etwas zu langsam und unspektakulär (trotz zwei Feuerwehreinsätzen) und erst in der zweiten Hälfte kann der Film wirklich mitreißen. Vielleicht hätte man in der ersten Hälfte bereits den Thrillerplot mehr etablieren sollen oder vielleicht sogar die Charakterisierung der Figuren etwas kürzer fassen.
Dennis Quaid und James Caviezel spielen das Vater-Sohn-Duo wirklich ziemlich gut, wobei nicht nur ihre Einzelleistungen überzeugen, sondern auch die Chemie zwischen ihnen stimmt. Da bleibt zwar nicht mehr soviel Raum für die Nebendarsteller, doch auch diese agieren trotz eher kleiner Parts auf ziemlich gutem Niveau und lassen keinen Platz für Kritik.

So ist „Frequency“ ein gut durchdachter und vor allem in der zweiten Hälfte spannender Thriller, der jedoch in der ersten Hälfte mehr Tempo und Handlung vertragen könnte.

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