iHaveCNit: Mein Sohn (2021) – Lena Stahl – Warner
Deutscher Kinostart: 18.11.2021
gesehen am 21.11.2021
Arthouse Kinos Frankfurt – Cinema Petit – Reihe 1, Sitz 6 – 18:30 Uhr
Als nächsten Film in einem wieder sehr interessanten Kinostartwochenende gab es Lena Stahls „Mein Sohn“ mit Anke Engelke und Jonas Dassler in den Hauptrollen zu sehen. Der Film ist eine sehr gute und kompakte Mischung aus Coming-Of-Age, Road-Movie und Mutter-Sohn-Drama.
Der junge Jason lebt sorglos in seine Tage rein, hängt mit seinen Skaterkumpels rum, geht nachts feiern. Die Eltern und vor allem seine Mutter Marlene haben keinerlei Zugang mehr zu seinem Leben. Bis ein Unfall von Jason, bei dem ein Bein und ein Teil der Rippenregion auf komplexe Art und Weise verletzt wurden eine aufwendige Kur in einer Reha-Klinik der Schweiz notwendig macht, vor allem ihn und seine Mutter Marlene zusammenbringt, denn Marlene möchte Jason zur Klinik fahren und nebenbei auch noch eine alte Freundin besuchen. Die gemeinsame Reise zwingt beide dazu, längst überfällige Konflikte aufzuarbeiten.
„Mein Sohn“ ist sowohl großartig inszeniert und gefilmt, aber auch großartig von Anke Engelke und Jonas Dassler gespielt, die den Film locker über die 94 Minuten tragen und perfekt als dysfunktionales Mutter-Sohn-Gespann harmonieren. Dabei legt der Film auch die zugrundeliegenden Konflikte nicht vollständig offen, meist bleibt es bei kleinen Details und Gesten, die die Spannungen offenbaren und das macht den Film für mich sehr natürlich und roh in seinem Gefühl, seinen Emotionen und seiner Atmosphäre. Jedoch gibt es bei einem Road-Movie immer das grundsätzliche Problem, dass die eine oder andere Station dann doch qualitativ schwankend und für die letztendliche Konklussion des Films eher weniger von Bedeutung und so ist es auch hier. Aber grundsätzlich ist das für mich bei diesem Film nicht so problematisch gewesen. Ich hätte jedoch wesentlich länger zusehen können.
„Mein Sohn“ - My First Look – 8/10 Punkte.