Review
von Leimbacher-Mario
Spassperletheater
„Frank & Zed“ ist ein amerikanischer Puppensplatterspass und ich konnte ihn im Rahmen des Hard(:On):Line-Festivals genießen. Könnte ein herrlicher Geheimtipp werden. Kindgebliebene Genrefreude. Eine skurrile Mischung aus „From Dusk Till Dawn“ und „Mary & Max“, aus „Meet The Feebles“ und „Hotel Transylvanien“, aus „Frankenweenie“, „Tucker & Dale vs. Evil“ und der Augsburger Puppenkiste als Schlachtplatte garniert. Sympathisch ohne Ende. Hardcore Handarbeit. Ein echter Publikumsliebling. Erzählt wird von Frank & Zed, zwei liebenswürdigen, recht unschuldigen, übrig gebliebenen Handlangern in einem mystischen Horrorschloss, die sich gegen das aufgebrachte Fußvolk und den Mob eines gierigen Magiers behelfen müssen…
Über 6 (!) Jahre, eine erfolgreiche und ausdauernde Kickstarterkampagne, viel Fleiß, Tränen und noch mehr Blut - „Frank & Zed“ ist ein echtes Indie-Herzblatt, ein Leidenschaftsprojekt mit Kreativität, Mut und Durchhaltevermögen. Und das merkt man diesem Peoples Champ auch in jeder Sekunde an. Die Puppen sind detailliert, witzig und super süß. Die Splattereinlagen deftig, drüber und doll. Die Sprecher sind mit vollem Einsatz und Elan dabei. All das spürt man, all das hält bei Laune, all das lässt in einigen Momenten sogar staunen. Da macht es auch nur wenig aus, dass es sich bis zum ausführlichen finalen Blutbad, Massaker, Puppenverschleiss etwas ziehen mag und man die sehr simple Story doch schon in arg vielen Variationen gesehen hat. In dieser aber sicher nichtmal ansatzweise. Und nach dem allerliebsten Ausnahmeabspann kann man nicht anders als ein gutes Stück zufriedener in die Welt gehen. Ein bisschen Frieden, ein bisschen Freude…
Fazit: wunderbro, wundergory, wundercharming - „Frank & Zed“ lässt die Puppen tanzen… und bluten!