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Von Home Invasion ohne Home gibt es inzwischen recht viele Beiträge wie „Eden Lake“ oder „Wolf Creek“. Auch das Langfilmdebüt des Neuseeländers James Ashcroft tendiert in diese Richtung, es gibt sich anfangs jedoch etwas subtiler als oben genannte Beispiele.

Weg vom Berufsalltag wollen Alan (Erik Thomson) und Jill (Miriama McDowell) mit ihren Teenagersöhnen ein kleines Picknick in der Einöde veranstalten, als sie von zwei fremden Männern, Mandrake (Daniel Gillies) und Tubs (Matthias Luafutu) gestört werden. Als Mandrake schließlich ein Gewehr hervorkramt, scheint das Schicksal der Familie bereits besiegelt…

Der Stoff basiert auf einer Kurzgeschichte, was man den 93 Minuten hin und wieder anmerkt, zumal die Katze recht früh aus dem Sack gelassen wird. Dennoch punktet das latente Unbehagen, was mit einem Schlag in die Magengrube relativ zu Beginn untermauert wird.
Denn es müsste schon ein arger Zufall sein, wenn die Kriminellen einfach auf gut Glück in der Einöde auf Opfersuche gehen, - oder?

Was folgt, ist ein Road Trip der unbequemen Art, auch angesichts einiger Themen, die der Wortführer Mandrake im Verlauf anspricht. Während sein finsterer Begleiter kaum ein Wort verliert und möglicherweise auf eine bestimmte Begebenheit wartet, werden ab und an Möglichkeiten zur Flucht in die Wagschale geworfen, während anderweitig Gewaltakte auszumachen sind, die in ihrer unvermittelten Form, trotz einer FSK16 recht intensiv rüberkommen.

Zu dem gesellt sich letztlich ein in sich stimmiger Ausgang, welcher auf den ersten Blick leicht verwirrend, beim genaueren Blick auf die Gesichter jedoch recht passend erscheint. Nicht von ungefähr wird hier auf musikalischer Ebene auf Griegs „Peer Gynt“ zurückgegriffen, speziell „Ases Tod“, während ansonsten eher spärlich, jedoch ebenso treffend untermalt wird.
Ebenfalls auf der Habenseite sind die durchweg soliden Darstellerleistungen zu verbuchen, allen voran Luafutu als mysteriöser Begleiter und Thomson als Familienvater und Opfer.

Phasenweise offenbart sich ein handwerklich versierter und intensiv inszenierter Psychothriller, doch die insgesamt dünne Handlung vermag den Spannungsbogen nicht konstant aufrecht zu erhalten. Genrefreunde könnten dennoch einen Blick wagen.
6,5 von 10

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