Review

iHaveCNit: Belle (2022) – Mamoru Hosoda – KSM Anime
Deutscher Kinostart: 09.06.2022
gesehen am 11.06.2022
Kinopolis Main-Taunus-Zentrum – Kino 8 – Reihe 13, Platz 25 – 17:30 Uhr

Animes im Kino haben bei mir zumindest bei den seltenen, großen Filmen bereits seit „Your Name“ und „Weathering With You“ in gewisser Art und Weise Tradition. Da war es klar, dass ich mir den in dieser Woche gestarteten und für kurze Zeit im Kino veröffentlichten „Belle“ von Mamoru Hosoda im Kino ansehen möchte – weil er eine interessante, moderne Idee mit einer international bekannten Geschichte verknüpft.

Die junge Suzu lebt mit ihrem Vater abgeschieden auf dem Land und zieht sich auch sonst aus ihrem Umfeld heraus, weil sie mit einem persönlichen Schicksalsschlag zu kämpfen hat. Bis sie sich eines Tages ein Herz fasst und ein Profil im weltweit vernetzten Sozialen Metaversum „U“ unter dem Namen „Belle“ anlegt und dort innerhalb kürzester Zeit als großartige Sängerin zur Sensation aufsteigt. Nachdem ein ungestümes Biest ein großes Konzert von ihr stört, macht sich „Belle“ auf die Suche nach diesem Biest.

Der Film verknüpft auf sehr elegante Art und Weise eine Geschichte über Liebe, Trauerverarbeitung, die Tücken und Möglichkeiten sozialer Netzwerke und Metaversen mit dem international bekannten, bereits durch Disney verfilmten Musical basierend auf dem französischen Volksmärchen „Die Schöne und das Biest“. Dabei wird „Die Schöne und das Biest“ durch Handlungselemente und Details sehr gut integriert – ohne sich dabei vollkommen auf diese Vorlage zu verlassen – und mit einer punktuell eingebetteten Musik schafft er durchaus eigene Songs, die dem Film sehr gut tun. Dazu setzt er sich auch kritisch mit dem Thema sozialer Netzwerke, Metaversen und dem Verhalten von Nutzern und der Öffentlichkeit auseinander, was dem Ganzen eine interessante Note gibt. Durchaus gelingt es ihm dort aufgrund eines überfrachteten, visuell sehr starken Erlebnis nicht allem den notwendigen Raum zu geben. Aber er behält den Kern seines Films nicht aus den Augen. Die Geschichte um die junge Zuzu und die Verarbeitung der Trauer und des eigenen Schicksals gespickt mit Nebenschauplätzen um eine Liebesgeschichte und eine Spurensuche gibt dem Film etwas von einem digitalen Metaversum Losgelöstes, sehr Geerdetes. Das macht den Film zu einem sehr warmen, herzlichen und großartigen Vergnügen.

„Belle“ – My First Look – 9/10 Punkte

Details