Review
von Leimbacher-Mario
Economic Brunette
Eine toughe US-Auftragskillerin will eigentlich in Frührente bzw. ein normales Leben, wird dann jedoch auf ihrer letzten Mission mysteriös vergiftet und begibt sich auf ihren womöglich letzten Metern durch die Unterwelt Osakas auf der Suche nach dem, der ihr das angetan hat. In etwa also „John Wick“ oder ein Spur „Crank“ in weiblich gemixt mit dem Noir-Klassiker „D.O.A.“, den jeder mal gesehen haben sollte…
Um aus dem Wust an mageren und mittelmäßigen Netflixtiteln herauszustechen, die deutlich in der Überzahl sind, braucht es schon etwas. Oder auch nicht, einfach nur einen guten, krachenden Film könnte man sagen. Ist „Kate“ das? Teilweise ja, teilweise nein. Aber ein solider Actioner ohne Gefangene ist er allemal. Neon City Osaka und die japanische Kultur machen Spaß und bieten viel für's Auge (vor allem in 4K/HDR). Auch auf die Ohren gibt’s mit J-Pop/-Hip-Hop Druckvolles. Frau Winstead ist ein zäher Traum, der man diese Superspionin definitiv abkauft. Harrelson tut jedem Film gut. Die Action, Fights und der massive Bodycount hauen gut einen raus, gehen in Sachen Gore und kreativer Kills keine Kompromisse ein. Warum man sich im Endeffekt dennoch „nur“ von Kampf zu Kampf hin zu einer maximal vorhersehbaren Auflösung hangelt? Weil an den vielen platzenden Muskeln, knackenden Knochen und reißenden Sehnen einfach kein Fett, keine Seele, kein Fleisch und keine Emotionen dran sind. Und die braucht es nunmal noch viel dringender um etwas Bleibendes rüberzubringen. So ist's hübsches, hartes Film-Fast Food.
Fazit: Winstead ist mega. Osaka und der allgemein Style ist geil. Und die Action durchaus hart, direkt, heftig. Gibt schlechtere Filme auf Netflix. Dennoch hat man das natürlich in letzter Zeit schon oft gesehen, mal besser, mal schlechter. Und irgendwie bleibt „Nikita“ noch immer die Referenz… Für'n Freitagabend-Wochenausklang reicht’s.