Review
von Leimbacher-Mario
Mamma Momoa
Jason Momoas Filmfrau liegt hochkrebskrank im Sterben und eine Pharmafirma hält absichtlich das womöglich entscheidende, lebensrettende Medikament zurück - da schwört er Rache und deckt dabei eine noch größere Verschwörung auf, als er zuerst geahnt hatte…
„Sweet Girl“ ist ein wannabe-gesundheitspolitischer Revenger, der leider nur halb so spannend ist, wie er sich anhört oder im besten Fall hätte sein können. Ich mag Jason Momoa - seine Figur aber von Anfang an nicht. Ich mag zum Tagesausklang solche oldschooligen Thriller - diesen hier nicht. Ich kann mich an handfester, realistischer Action ergötzen - hier schlief mir alles ein. Es ist ein Plus, wenn Filme zum Punkt kommen - „Sweet Girl“ versteht nichts von filmischer Satzbildung und verheddert sich in unangenehmer Kommasetzung. Überraschungen sind das Salz in der Suppe - hier wird nur eine Liste abgearbeitet, seelenlos und austauschbar. Mit „Extraction“ oder gar „The Night Comes For Us“ hat Netflix gezeigt, dass sie krachende Action können - der hier gehört nicht in diese Aufzählung. Ich bin immer für einen 90er-Throwback zu Zeiten von „Chain Reaction“ oder „Enemy of the State“ - aber „Sweet Girl“ lässt sowohl im Heute als auch im Gestern kalt. Von einem modernen „Three Days of the Condor“ will ich deshalb auch in keinster Weise sprechen. Und die finale Wendung aus dem Nichts setzt dem Ganzen dann nochmal die Krone in seiner bedeutungslosen Idiotie auf. Ein einziger, langer Gähner.
Fazit: eine bescheuerte Ausgangslage wächst zu einer noch bescheuerteren (und vor allem ziemlich öden) Mixtur aus „The Fugitive“ und „Taken“ an, um dann nochmal in sich zusammenzubrechen. Egal wie cool ich Jason finde - „Sweet Girl“ ist ein Lowlight im Actionjahresranking und so ziemlich das blasse Gegenteil zum flotteren, cooleren und unterhaltsameren „Kate“. Netflix-Stangenware.