Invasion der Pop-Schlümpfe
In einer weit entfernten Galaxie befindet sich die erfolgreichste Band des Planeten gerade mitten in einem Konzert, als bewaffnete Truppen in die Hallen eindringen und die Musiker entführen. Ihr Weg führt nun zur Erde, wo ihr Aussehen manipuliert wird, sodass sie wie normale Erdenbürger erscheinen. Ihre Erinnerungen werden verändert und nachdem sie passend gestylt wurden, sind sie nun die „CrescenDolls“, der neueste Hitanwärter in den amerikanischen Charts. Ihr Schicksal ist nicht das erste dieser Art, denn ihr Manager, ein finsterer Graf, praktiziert diese Form der „Talentschmiede“ schon ewig. Schon mehrere hundert Jahre rekrutiert der Kult, dessen Anführer der Bösewicht ist, seine „Stars“ eben von fremden Sternen. So entstehen neue Trends.
Diesmal hat der Halunke aber seine Rechnung ohne den größten Fan der Leadsängerin gemacht, der als Raumschiffcaptain über die nötigen Ressourcen verfügt, die Verfolgung aufzunehmen.
Hier liegt eine sehr gelungene Parabel auf die Musikindustrie vor, die ohne ein einziges Wort an Dialogen auskommt. Untermalt von der Musik Daft Punks (featuring Romanthony, Todd Edwards und DJ Sneak) wird eine sehr stimmungsvolle Science-Fiction-Story im japanischen Animée-Gewand erzählt, die einem auch dann gefallen kann, wenn einem die Musik von Daft Punk eigentlich nicht sonderlich zusagt, da diese trotz allgegenwärtiger Präsenz eher in den Hintergrund tritt, was sicherlich an der bildgewaltigen Visualisierung liegt.
Wer die Musikvideos zu Daft Punks Singleauskopplungen schon einmal gesehen hat, und die blaugesichtigen Figuren mochte, kann hier die Gelegenheit wahrnehmen, sich die vollständige Geschichte der Charaktere in einer 70-minütigen, durchgängigen Handlung zu Gemüte zu führen.
Und für Animée- und Daft Punk-Fans ist dies ohnehin Pflichtprogramm.